Bilder des Wahns
Nathanael huscht die graue Wendeltreppe hinauf. Coppelius kommt, der unheimliche Freund seines Vaters, und die Kinder müssen verschwinden, ins Bett. Wo Nathanael dann hellwach liegt und lauscht. Doch ist es wirklich Coppelius, diese düstere Schreckensgestalt, die später am Tod seines Vaters beteiligt sein wird? Oder nicht vielmehr, wie dem Jungen seine Amme zuraunt, der Sandmann, der den Kindern, die nicht schlafen wollen, händeweise Sand in die Augen streut, bis diese blutig herausfallen und er sie seinem Nachwuchs verfüttern kann?
In dieser Kindheitswelt, das wird in E.T.A.
Hoffmanns Erzählung ebenso wie in Lilja Rupprechts Inszenierung rasch klar, ist nichts so, wie es scheint. Protagonist Nathanael beobachtet aufmerksam, was die Erwachsenen so treiben – und macht sich, zwischen dem Schweigen der Eltern und den Schauergeschichten der Amme, seinen eigenen Reim darauf. In ihrer Inszenierung im Großen Haus des Schauspiel Frankfurt taucht Rupprecht ab in die wahnhafte Wahrnehmung Nathanaels, der in seinem Studienort auf einen Mann trifft, den er für Coppelius hält – und prompt zurückgeworfen wird in seine Kindheitsängste.
Mitja Over spielt diesen Nathanael mit berührender ...
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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Esther Boldt
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22.7./DIENSTAG 23.05, arte: Festival von Avignon 2025: Les Incrédules (Die Ungläubigen)
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WWW.3SAT.DE
bis 14.8., Mutter
Deutschland 2022
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