Bilder des Wahns
Nathanael huscht die graue Wendeltreppe hinauf. Coppelius kommt, der unheimliche Freund seines Vaters, und die Kinder müssen verschwinden, ins Bett. Wo Nathanael dann hellwach liegt und lauscht. Doch ist es wirklich Coppelius, diese düstere Schreckensgestalt, die später am Tod seines Vaters beteiligt sein wird? Oder nicht vielmehr, wie dem Jungen seine Amme zuraunt, der Sandmann, der den Kindern, die nicht schlafen wollen, händeweise Sand in die Augen streut, bis diese blutig herausfallen und er sie seinem Nachwuchs verfüttern kann?
In dieser Kindheitswelt, das wird in E.T.A.
Hoffmanns Erzählung ebenso wie in Lilja Rupprechts Inszenierung rasch klar, ist nichts so, wie es scheint. Protagonist Nathanael beobachtet aufmerksam, was die Erwachsenen so treiben – und macht sich, zwischen dem Schweigen der Eltern und den Schauergeschichten der Amme, seinen eigenen Reim darauf. In ihrer Inszenierung im Großen Haus des Schauspiel Frankfurt taucht Rupprecht ab in die wahnhafte Wahrnehmung Nathanaels, der in seinem Studienort auf einen Mann trifft, den er für Coppelius hält – und prompt zurückgeworfen wird in seine Kindheitsängste.
Mitja Over spielt diesen Nathanael mit berührender ...
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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Esther Boldt
AUGSBURG, STAATSTHEATER
5. Völcker, Gesänge vom Überleben (U)
R. Nicole Schneiderbauer
ANNABERG-BUCHHOLZ, ETO THEATER
6. von Düffel, Die kleine Hexe
R. Jan Holtappels
19. Grindstoner, Elfenfeuer II
R. Andreas Werth
BERLIN, MAXIM GORKI THEATER
17. Hashemian, Upside Down – Inside Out
R. Modjgan Hashemian
BERLIN, RAMBAZAMBA THEATER
20. Ensemble Junges RambaZambas nach...
Es ist ein Mammutunternehmen, aber damit dem Anlass angemessen. Zur Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz melden sich die vier Theater aus Westsachsen mit dem kleinen Marathon «Inside Outside Europe» zu Wort, der jetzt in der Schauspielhaus-Interimsstätte Spinnbau zur Premiere kam.
Die Sache mit dem Interim ist allerdings ein Wermutstropfen für die Städtischen Bühnen....
BEDBURG-HAU, MUSEUM SCHLOSS MOYLAND
ab 13.7., Marina Abramovic & Mai im Dialog mit Joseph Beuys
– Zentraler Fokus der Ausstellung liegt auf der ikonischen Performance «Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt» von Joseph Beuys aus dem Jahr 1965 und ihrer Re-Performance durch Marina Abramovic 40 Jahre später. In ihrer legendären Performance-Serie «7 Easy Pieces»...
