Abendessen mit Massaker

Wajdi Mouawad «Europas Schwur»

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Europa Jaj-Marjaman, 75 Jahre alt, versammelt in der Schweiz vier jüngere Frauen zu einem Abendessen und lässt gleich zu Beginn die Bombe platzen: Ihr seid meine Töchter, ich habe euch geboren, nachdem ich 18 Kinder getötet habe. Keine der Frauen will diese Abstammungslinie akzeptieren, ein konflikt -reicher Abend bahnt sich an.

Assia, in Sydney lebende Mitarbeiterin der UN-Kommission für Völkermord, ist eigentlich angereist, um Europa als letzte noch lebende Zeugin eines Massakers aus den 1950er Jahren zu interviewen.

Die anderen drei Gäste sind die Griechin Megara, die keine Kinder bekommen kann, als Seismologin die Akropolis überwacht und aufpassen soll, dass der Parthenon nicht durch ein Erdbeben einstürzt (was er am Ende aber doch tut); die arbeitslose Jovette aus Québec, mutmaßliche Tochter eines schwedischen Vaters und einer kanadischen Mutter, die sich 25 Jahre in ihrer Psychotherapie wohl umsonst an der falschen Mutterfigur abgearbeitet hat; Wediaa, eine von kummervoller Liebe zerrüttete Araberin, deren Sohn ein furchtbares Verbrechen begangen hat, und der sich weigert, darüber zu sprechen.

Die zweite Bombe platzt bald darauf: Europa Jaj-Marjaman erzählt von den Massakern ...

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Theater heute Jahrbuch 2026
Rubrik: Neue Stücke, Seite 147
von Karla Mäder

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