Wer suchet, der findet
Frieder Bernius ist immer für eine Überraschung gut. Vor Kurzem erst holte er Schuberts unbekannte Oper «Sakontala» ans Licht, nicht lange danach legte er mit der Uraufführung von Justin Heinrich Knechts «Die Aeolsharfe» nach, die vor genau 200 Jahren in Stuttgart entstanden und seither im Archiv verstaubt war. Auch diese Ausgrabung liegt nun beim Label Carus auf CD vor.
Offen gestanden: Ich kannte den Komponisten vorher nicht, und ich glaube, der Mehrzahl der Leser wird es ebenso gehen. Seine Biografie beschreibt ein unspektakuläres Musikerschicksal in deutscher Provinz.
1752 im oberschwäbischen Biberach geboren, erhielt er dort seine musikalische Ausbildung und tat sich als Komponist vor allem im Bereich der Kirchen- und Instrumentalmusik hervor. Der damals noch dort wirkende Dichter und Theaterdirektor Christoph Martin Wieland förderte Knecht nach Kräften und schrieb ihm viele Jahre später aus Weimar: «Der Himmel weiß, wie gerne ich Sie aus dem leidigen Biberach ziehen möchte» und riet ihm, mit einer «hübschen Operette» eine größere Karriere zu wagen. Doch Knecht hatte Sitzfleisch und schaffte erst 1806, also im reifen Mannesalter, den Sprung nach Stuttgart, wo er Direktor des ...
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Ohne ihre kleinen Sommerfestspielorte wäre die überschaubare britische Opernlandschaft um einiges ärmer. Das Festival in Garsington oder die Grange Park Opera warten immer wieder mit selten gespielten Stücken auf (siehe OW 8/2009). Auch das seit 1979 veranstaltete Festival in Buxton gehört in diese Kategorie. Zur Zeit Queen Victorias war das Städtchen südlich von...
Man fährt nicht der schönen Stimmen wegen nach Martina Franca. Die Gemeinde neugieriger Melomanen, die sich seit 1975 regelmäßig in der apulischen Barockstadt trifft, treibt Entdeckerlust. Viele lange nicht gespielte Stücke aus Barock, Romantik und Verismo oder bekannte Titel in ungewöhnlichen Fassungen lernt man nur hier kennen. Die Regie arrangiert meist...
Der Schriftsteller und Musikwissenschaftler Romain Rolland meinte einmal, Händel habe «die große Überlegenheit von Porpora in Bezug auf den großen Stil und dramatische Kraft» genau registriert. Der Dirigent und Cembalist Ondrej Macek, der vor zwei Jahren in der Wiener Nationalbibliothek die bislang unbekannte Serenade «La morte di Ercole» von Nicola Porpora aus dem...
