Vom Himmel hoch
Gleich vorweg: Dies ist eine Aufführungskritik. Sie beschäftigt sich mit der jüngsten Premiere der Deutschen Oper Berlin und nicht mit der Frage nach einer Vertragsverlängerung von Kirsten Harms oder der hauptstädtischen Opernsituation. Beides miteinander zu verknüpfen, ist so leicht wie unsinnig. Wir wünschen also vorweg der Deutschen Oper eine sichere und erfolgreiche Zukunft, die besser ausfällt, als das, was (auch unter Frau Harms) in den letzten Jahren passiert ist. Dafür kann die Intendantin nur zum Teil etwas. Pech hatte sie gewiss.
Aber auch Glück (die wievielte Wahl war Schlingensief bei Braunfels’ «Leben der heiligen Johanna»?). Sie hatte viel Vertrauen in die falschen Leute, keine gute Nase für spannungsvoll-kreative Konstellationen zwischen Künstlern und wohl auch ein Deutungstheater im Kopf, das von gestern ist. Die Balance zwischen Superstars, teurem Mittelmaß (der Gäste) und Ensemble stimmte nicht wirklich. Dennoch ist ein treues Publikum da, das die Deutsche Oper liebt; es gibt genügend Förderer und Fans (inzwischen auch von Frau Harms) und eine große Tradition. Vor allem: Das Potenzial innerhalb des Hauses ist enorm. Es lässt sich besser nutzen, vielleicht sogar ...
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Wenn er nicht am Zeichentisch sitzt oder auf einer Baustelle herumklettert, kann man sicher sein, Stephan Braunfels in einem Opernhaus zu treffen: Unermüdlich propagiert er die Werke seines Großvaters Walter, dessen «Heilige Johanna» gerade zur «Wiederentdeckung des Jahres» gewählt wurde. Regelmäßig entwirft er Bühnenbilder – etwa für Nikolaus Lehnhoffs «Lohengrin»...
Es gibt ein erhellendes Beispiel für die Utopie, die Illusion einer «Hölderlin-Oper». Eine solche Oper sollte und wollte der Münchner Komponist Wilhelm Killmayer vor zwei Jahrzehnten im Auftrag der Bayerischen Staatsoper schreiben. Das Projekt zog sich in die Länge, und irgendwann hatte sich Killmayer nach vielen ästhetischen und inhaltlichen Skrupeln eines...
Glücklich das Land, das keine Helden braucht, schrieb Bertolt Brecht. Hinsichtlich von Svätopluk dem Ersten aus dem Geschlecht der Mojmiriden (gestorben 894) ist der Slowakei in dieser Hinsicht kein Vorwurf zu machen, denn «Held» war er keiner. Vielmehr ein Realpolitiker höchsten Grades, rücksichtslos in der Durchsetzung seiner Ziele. Unter ihm wurde Großmähren zum...
