Vom Himmel hoch
Gleich vorweg: Dies ist eine Aufführungskritik. Sie beschäftigt sich mit der jüngsten Premiere der Deutschen Oper Berlin und nicht mit der Frage nach einer Vertragsverlängerung von Kirsten Harms oder der hauptstädtischen Opernsituation. Beides miteinander zu verknüpfen, ist so leicht wie unsinnig. Wir wünschen also vorweg der Deutschen Oper eine sichere und erfolgreiche Zukunft, die besser ausfällt, als das, was (auch unter Frau Harms) in den letzten Jahren passiert ist. Dafür kann die Intendantin nur zum Teil etwas. Pech hatte sie gewiss.
Aber auch Glück (die wievielte Wahl war Schlingensief bei Braunfels’ «Leben der heiligen Johanna»?). Sie hatte viel Vertrauen in die falschen Leute, keine gute Nase für spannungsvoll-kreative Konstellationen zwischen Künstlern und wohl auch ein Deutungstheater im Kopf, das von gestern ist. Die Balance zwischen Superstars, teurem Mittelmaß (der Gäste) und Ensemble stimmte nicht wirklich. Dennoch ist ein treues Publikum da, das die Deutsche Oper liebt; es gibt genügend Förderer und Fans (inzwischen auch von Frau Harms) und eine große Tradition. Vor allem: Das Potenzial innerhalb des Hauses ist enorm. Es lässt sich besser nutzen, vielleicht sogar ...
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