Versöhnlich
Am Ende, wenn nach guten drei Stunden der Saal des Opernhauses zu Lille in orangerotem Licht erglüht, geschieht das bislang Ungesehene. Beim Auftritt der Solistinnen und Solisten herrscht ein Getrampel und Gejubel auf der Bühne, das seinesgleichen sucht. Dafür verantwortlich zeichnen Heerscharen von Kindern und Jugendlichen, die bei dieser Aufführung herausragend gesungen, musiziert und gespielt haben.
Vor allem in der Szene «Kinder-Krieg» geht es wahrlich zur Sache – und dauert es ziemlich lange, bis sich die verfeindeten Gruppen um Eva und Luzifer, der in «Freitag» unter dem Namen Ludon auftritt (stimmlich exzellent: Antoin HL Kessel) doch wieder versöhnen. Zuvor wurden Spielzeugraketen um den Mond geschickt, mechanische Tiere zum Klingen gebracht; ein doppelinstrumentiges Wesen namens Synthibird (Sarah Kim, Haga Ratovo) elektrisierte sich, und alle anderen, zahllose Paare und Passanten tanzten miteinander – zwar nicht immer real (wie bei Stockhausen vorgeschrieben), aber doch zumindest musikalisch.
In allen sieben Stücken seines «Licht»-Zyklus bringt der Komponist die bei ihm nur lose biblisch konnotierten Figuren Eva, Michael und Luzifer in verschiedenen Konstellationen und ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Jörn Florian Fuchs
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Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
In der Semperoper bei Allesandro Rollas Bratschenkonzert, gespielt von Tabea Zimmermann.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Im Berner Jura, mit Blick auf den Bielersee.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ich liebe Proben. Wenn es mal hakt, freuen sich alle über eine Prise Humor. Wenn es in mir hakt, mache...
