Oper für alle

Im schwedischen Småland zeigt sich, wozu Sturheit und Verrücktheit zuweilen führen können

Opernwelt - Logo

Oper muss endgültig aus dem Elfenbeinturm herabsteigen, sie muss Relevanz beweisen und für alle erfahrbar werden: Seitdem die Post-Corona-Leere die Theater im Griff hat, sind diese Forderungen noch häufiger zu hören als zuvor. Müssen wir also Musiktheater neu denken, damit es überlebt? Christina Gutiérrez Malmborm hat sich 2013 gesagt, sie wolle jetzt in der südschwedischen Provinz Småland schlichtweg «Oper machen». Besondere Vorkenntnisse in Sachen Musiktheaterproduktion habe sie nicht mitgebracht, «dafür eine Menge Verrücktheit und Sturheit».

Gespielt werden sollte auf Schwedisch, damit das Erleben unmittelbar und nicht über den Umweg der Übertitelanlage funktioniert. Malmborm suchte (und fand) darüber hinaus ungewöhnliche Orte; sie allein sollten Publikum anlocken. Und bereits im Folgejahr waren ein Dutzend Vorstellungen von Mozarts «Zauberflöte» (alias «Trollflöjten») restlos ausverkauft. Kein schlechter Start für die frischgebackene Produzentin auf dem für sie und Småland neuen Terrain. In den folgenden sechs Jahren wurde dann jeweils ein Bühnenwerk zur Premiere gebracht, mit reduziertem Orchester, lokalen und national tätigen Sängern, bald auch in Kooperation mit der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Stephan Knies

Weitere Beiträge
Eine kleine Revolution

Das Lob des Auferstandenen erstrahlt in A-Dur. Schließlich ist A-Dur in der Musik oft die Tonart für das Hell-Glänzende, mit Tendenz zum Edlen. «Geeignet für den Jubel und die Fröhlichkeit – das Große und Herrliche haben auch darin Raum», befindet Jean-Philippe Rameau im «Traité de l’harmonie», und ein gutes Jahrhundert später wird Wagners Lohengrin aus einem...

Durchaus belebend

Francesca Zambellos Neuinszenierung von Strauss’ «Elektra» an der Washington National Opera profitiert in hohem Maße von ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Christine Goerke, die auch in dieser Produktion wieder einmal beweist, in welch fabelhafter stimmlicher Verfassung sie gegenwärtig ist. Nachdem sie 2008 erstmals die Chrysothemis verkörpert hatte, avancierte...

Sieben Fragen an Titus Engel

Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
In der Semperoper bei Allesandro Rollas Bratschenkonzert, gespielt von Tabea Zimmermann.

Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Im Berner Jura, mit Blick auf den Bielersee.

Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ich liebe Proben. Wenn es mal hakt, freuen sich alle über eine Prise Humor. Wenn es in mir hakt, mache...