Vergessenes Wunderkind

Martina Franca, Cagnoni: Don Bucefalo / Piccinni: Il re pastore

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«Città del festival» steht auf dem Ortsschild von Martina Franca. Zu Recht, denn eine Reise in das reizvolle Itria-Tal in Süditalien lohnt, weil man Werke hören kann, deren Titel man sonst, wenn überhaupt, nur aus Lexika kennt. Jeweils drei Opern stehen von Mitte Juli bis Anfang August für je zwei Vorstellungen unter freiem Himmel im Innenhof des Palazzo Ducale mit seiner klaren Akustik auf dem Programm. Das 1975 gegründete Festival kultiviert seinen Werkstattcharakter. Es geht darum, vergessenes italienisches und französisches Repertoire des 18. bis frühen 20.

Jahrhunderts wieder zu Gehör zu bringen. Trotz der geringen Aufführungszahl haftet den Inszenierungen nichts Improvisiertes an. Bilderstürmerisch sind sie allerdings auch nicht. Die Künstler stehen meist am Beginn ihrer Karriere. Lucia Aliberti, Lucia Valentini-Terrani, Patrizia Ciofi, José Cura, Fabio Luisi gehörten einst zu ihnen. Ein zusätzliches Sänger-Reservoir stellt die Accademia Paolo Grassi, die zweimal jährlich gemeinsam mit dem Piccolo Teatro di Milano szenische und musika­lische Meisterklassen abhält. Ihr Direktor Sergio Segalini ist gleichzeitig Intendant des Festivals. Das Orchestra Internazionale d’Italia wird ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele II, Seite 54
von Boris Kehrmann

Vergriffen
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