Liebestod

Claus Guth und Bertrand de Billy zeigen im Haus Mozart einen todessehnenden «Don Giovanni». Des Weiteren: Affirmationskino im Großen Festspielhaus und in der Felsenreitschule – Verdis «Otello» unter Stephen Langridge und Riccardo Muti, Gounods «Roméo et Juliette» unter Bartlett Sher und Yannick Nézet-Séguin

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Drei Männer. Liebend jeder auf seine Art. Da ist zunächst Don Giovanni. Leben ist ihm Liebe, Liebe Leben, Elixier, doch niemals nur an der Seite einer Frau. Er will, nein: er muss sie alle haben. Sein Sinn steht ihm ausschließlich nach Erlösung vor dem Tod. Der Tod selbst interessiert ihn wenig. Und auch nicht der Wahn. Ein Liebender ganz anderer Provenienz ist dagegen Romeo: Er liebt um der Liebe, der Leidenschaft willen und nur eine einzige Dame: Juliette. Für sie tötet er und mordet sich schließlich selbst, bevor er wahnsinnig wird am Liebesverlust.

Otello wiederum, der dritte Mann im Bunde, ist blind, wahnsinnig vor Eifersucht. Unstillbar sein Verlangen nach Liebe. Weil er ihr nicht traut, mordet er.
Drei Männer. Was sie trennt, ist gesagt. Was sie eint, steht im Hohenlied Salomos: Denn stark wie die Liebe ist der Tod. Und so lautet das Motto der Salzburger Festspiele 2008, die sechs Jahre nach Martin Kusejs Inszenierung einen taufrischen «Don Giovanni» präsentieren. Neu ist auch die Fassung, die für diese Produktion gewählt wurde. Bertrand de Billy hat sich, nach positiven Erfahrungen 2006 am Theater an der Wien, wiederum für die Wiener Version entschieden, die vor allem im ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele I, Seite 14
von Jürgen Otten, Gerhard Rohde

Vergriffen
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