Väter und Söhne

Dreimal Mozart: Silke Leopolds Biografie von Leopold Mozart, Michael Lemsters genealogische Untersuchung sowie ein Band mit Schriften und Reden von Nikolaus Harnoncourt

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Die Pointe ist gut. Und steht deswegen zu Recht gleich in der Einleitung zu Silke Leopolds fabelhafter Biografie eines Künstlers, über dessen Wesen, Charakter und Begabung die Nachwelt seit Langem im Streite liegt.

War Leopold Mozart wirklich nur der eifer- und eigensüchtige Tyrann, der seinen Sohn zur Sonne hinaufkatapultieren wollte, koste es, was es wolle? Oder verzichtete er auf eine eigene Karriere, weil er sah, dass sein Spross weit mehr mit Manna bestreut war als er selbst?

Zunächst: Der subtile Stoßseufzer stammt aus dem Mund von Abraham Mendelssohn: Früher sei er der Sohn seines Vaters gewesen, unkte ehedem der vermögende Bankier mit rabbinischem Augenzwinkern, «heute bin ich der Vater meines Sohnes.»  Der feine Unterschied: Während Abraham eingeklemmt war zwischen einem berühmten Vater (dem Philosophen Moses Mendelssohn) und seinem hochbegabten Komponistensohn Felix, hatte Mozart nur eine «Bürde» zu tragen: das Genie namens Joannes Chrysostomos Wolfgangus Theophilus, der Nachwelt bekannter als Wolfgang Amadeus (oder Amadé) Mozart.

Wer aber war sein Vater? Und wüssten wir überhaupt von ihm, hätte nicht der Filius Werke von zeitloser Größe hinterlassen? Vermutlich, so ...

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Opernwelt April 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Jürgen Otten

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