Unter Donner und Blitz

René Jacobs setzt seinen Mozart-Zyklus mit «Idomeneo» fort

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Eduard Hanslick, der nicht nur Musikkritiker war, sondern auch ein hoch angesehener Professor für Musikgeschichte, hat für Mozarts «Idomeneo» eine schöne Formel gefunden. Hier schreibe ein «Vierundzwanzigjähriger mit dem Kunstverstand eines Fünfzigers». So ist es. Was sich allerdings mit diesem Kunstverstand für unsere Ohren verbindet und verbinden sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Für Nikolaus Harnoncourt etwa ist «Idomeneo» eine romantische Oper.

Wer so denkt, kann Rückhalt finden im monumentalen Kompendium von Carl Dahlhaus und Norbert Miller, das «Europäische Romantik in der Musik» denkbar weit fasst, nämlich von Gluck bis zum «Lohengrin». Mozart schrieb «Idomeneo» für das beste Orchester seiner Zeit: die Mannheimer Hofkapelle, deren wichtigste Mitglieder 1781 bereits mit Kurfürst Carl Theodor nach München gewechselt waren. Weil die Impulse der Mannheimer Schule, wie jüngere Forschungen (etwa von Joachim Veit) belegen, bis zu Weber und Meyerbeer reichen, ist es durchaus kein Sakrileg, den «Idomeneo» aus dem Geist der Romantik zu begreifen. Und es ist alles andere als Zufall, dass (neben maßstabsetzenden Aufnahmen von Harnoncourt und Mackerras) auch Dirigenten wie ...

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Opernwelt Juni 2009
Rubrik: Medien/CDs, Seite 28
von Stephan Mösch

Vergriffen
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