Überlebenskunst
Müssen wir uns den Hagener Intendanten Norbert Hilchenbach als glücklichen Menschen vorstellen? So wie Albert Camus den mythischen Sisyphos und dessen hoffnungslose Mühsal in seinem berühmten Essay als Glück beschrieb? Schon bevor Hilchenbach 2007 sein Amt antrat, hatte das Haus mit Existenznöten zu kämpfen. Seither hat sich die Lage weiter verschärft, doch der Mehrspartenbetrieb trotzt der Drangsal mit eisernem Überlebenswillen. Ab August soll aus dem Hagener Theater eine gGmbh (gemeinnützige GmbH) werden.
Von dem Wandel der Rechtsform verspricht Hilchenbach sich größere organisatorische und finanzielle Freiheiten: «Wenn alles gut geht, können wir dadurch 500 000 Euro einsparen, weil wir dann nicht mehr alle Dienstleistungen von der Stadt abnehmen müssen. Allerdings ist mit dem Beschluss der Umwandlung die Auflage verbunden, von 2014 bis 2016 weitere 700 000 Euro einzusparen.» Um gut zwei Millionen Euro wurde das Budget in den letzten zehn Jahren bereits gekürzt, mit den neuerlichen 1,2 Millionen ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Zumal die Stadt beschlossen hat, ab 2018 – Hilchenbachs Vertrag läuft bis 2017 – den Kulturetat um insgesamt zehn Prozent zu kürzen. Das würde ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Regine Müller
Peter Konwitschny ist mit Johann Sebastian Bach groß geworden. Weil sein Vater Franz von 1949 bis 1962 Gewandhauskapellmeister war, wuchs er in der Bach-Stadt Leipzig auf. Viel später, an der Oper, wo er von 2008 bis 2011 Chefregisseur war, begann er, sich die Kantaten vorzunehmen: «Ich habe genug» war 2009 die erste, 2010 folgte «O Ewigkeit, du Donnerwort» (BWV 60...
Sehen sie nicht alle irgendwie geklont aus? Die Damen hinter den neonbeleuchteten Schaufenstern im Amsterdamer Rotlichtbezirk tragen uniform Perücken, sitzen, wenn überhaupt, in engem Latex da, blicken ausdrucklos unter dicken Makeup-Schichten oder zeigen totaloperierte Brüste. Und in dieser Gegend neben dem Hauptbahnhof scheint auch Àlex Ollé seine ästhetischen...
Zwölf Tage nach dem 300. Geburtstag des Jubilars ist es wieder so weit: Zum fünften Mal wird in und um Nürnberg herum das Werk Christoph Willibald Glucks im Zentrum der Internationalen Gluck Opernfestspiele stehen. Den Auftakt im Nürnberger Schauspielhaus macht eine konzertante Aufführung der «Iphigénie en Aulide» in der Wagner-Fassung (Opéra Nizza, Philippe...
