Überlebenskunst
Müssen wir uns den Hagener Intendanten Norbert Hilchenbach als glücklichen Menschen vorstellen? So wie Albert Camus den mythischen Sisyphos und dessen hoffnungslose Mühsal in seinem berühmten Essay als Glück beschrieb? Schon bevor Hilchenbach 2007 sein Amt antrat, hatte das Haus mit Existenznöten zu kämpfen. Seither hat sich die Lage weiter verschärft, doch der Mehrspartenbetrieb trotzt der Drangsal mit eisernem Überlebenswillen. Ab August soll aus dem Hagener Theater eine gGmbh (gemeinnützige GmbH) werden.
Von dem Wandel der Rechtsform verspricht Hilchenbach sich größere organisatorische und finanzielle Freiheiten: «Wenn alles gut geht, können wir dadurch 500 000 Euro einsparen, weil wir dann nicht mehr alle Dienstleistungen von der Stadt abnehmen müssen. Allerdings ist mit dem Beschluss der Umwandlung die Auflage verbunden, von 2014 bis 2016 weitere 700 000 Euro einzusparen.» Um gut zwei Millionen Euro wurde das Budget in den letzten zehn Jahren bereits gekürzt, mit den neuerlichen 1,2 Millionen ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Zumal die Stadt beschlossen hat, ab 2018 – Hilchenbachs Vertrag läuft bis 2017 – den Kulturetat um insgesamt zehn Prozent zu kürzen. Das würde ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Regine Müller
Haben Sie sich die Zeit nach Ihrer Intendanz so vorgestellt?
Nee. Jedenfalls nicht so arbeitsreich. Ich hatte schon gehofft, etwas mehr Freizeit zu haben und das Zuhause genießen zu können. Ich bin fast genauso viel auf Reisen wie zu Sängerzeiten.
Man könnte sich auch dagegen entscheiden.
Ja, das stimmt wohl. Aber wenn man im Alter noch so gefragt ist, ist das schon...
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