Putztrupp für Prince

Wie Cecilia Bartoli sich in Salzburg als jugendfrische Cenerentola von Damiano Michieletto ins Pop-Milieu entführen lässt

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Der Laden sieht ziemlich schäbig aus: schmuddelig-gelbliche Wän- de, billiges Mobiliar, überall Müll auf dem schachbrettartigen Boden. Und an der dürftigen Theke, hinter der trostlose Kacheln giftgrün schimmern, fehlt selbst das, was sonst in jeder italienischen Bar zu finden ist: die Kaffeemaschine. Einzig der neon-leuchtende Schriftzug im Obergeschoss zeugt ­davon, dass dieses «Buffet» überhaupt noch in Betrieb ist. Kein Wunder, dass keine Gäste zu sehen sind und der Padrone schlafend an der blanken Kasse hängt, aus der seine Töchter ihm noch die letzten Lappen klauen.



Don Magnifico, in Rossinis Erfolgsoper «La Cenerentola» eigentlich ein verarmter Baron, ist in Salzburg zum abgetakelten Barbesitzer mutiert. Warum, bleibt bei Regisseur Damiano Michieletto ebenso unklar wie so manch anderes Detail in seiner Inszenierung für die Salzburger Pfingstfestspiele, die das Geschehen um das gedemütigte Aschenputtel aus den adeligen Herrscherhäusern ins heutige Ambiente verlegt. Ein schriller Schrei ertönt, als unter großem Gedöns per Video die Ankunft von Prince verkündet wird, dessen bevorstehendes Konzert bereits zuvor aufgeregt plakatiert wurde: In Frauenkleidern umringen die Herren des ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Reinhard Kager

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