Theater der Grausamkeit
Gerade 40 Jahre sind es her, dass Jean-Pierre Ponnelle und Nikolaus Harnoncourt am Opernhaus Zürich ihren Monteverdi-Zyklus zeigten und die drei überlieferten Opern endgültig für das Repertoire zurückgewannen – opulente Inszenierungen der Sinnenfreude, bei denen die barocke Schaulust allerdings oft nicht von der schicken Schaufensterdekoration zu unterscheiden war. Bildkräftig zupackend geht es jetzt auch bei Lorenzo Fioroni am Nationaltheater Mannheim zu.
Aber es ist ein finsterer, gewalttätiger Blick, den er auf den historisch verbürgten Stoff der ehebrecherischen Liebschaft des römischen Kaisers Nero mit der berechnenden Aufsteigerin Poppea wirft. Er befindet sich dabei durchaus im Einklang mit dem Librettisten Busenello, der der dekadenten venezianischen Gesellschaft, und zwar den hohen wie den niederen Ständen, den Spiegel vorhielt.
Wenn sich Paul Zollers Bühne öffnet, sehen wir keinen lichten Traum, sondern einen suggestiv beleuchteten, geradezu gespenstisch dräuenden Albtraum. Zoller hat den Boden mit Wasser geflutet, in dem die Darsteller knöcheltief waten. Unter Schlieren trüber Nebelschwaden schwimmt Papierabfall und Müll, an den Rändern lagern Schrott, ein Tisch und ein ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Uwe Schweikert
Von Pergolesi waren bis vor Kurzem mehr ihm untergeschobene oder fälschlich zugeschriebene Werke im Umlauf als echte. Das Verhältnis von authentischen zu unechten Kompositionen beträgt eins zu zehn – einer der höchsten Werte in der gesamten Musikgeschichte. Umso größer ist die Überraschung, wenn jetzt erstmals zwei umfangreiche Werke des früh verstorbenen...
Entdeckungen sind bei einem Komponisten wie Giacomo Puccini kaum mehr zu machen. Auch ein Frühwerk wie «Edgar» ist, wenngleich kein Repertoireknüller, leidlich bekannt, in Aufnahmen dokumentiert. In seiner dreiaktigen Gestalt. Doch die ist nicht das, was Puccini ursprünglich zu Papier gebracht hatte. Was, wenn «Edgar» nicht seine zweite Oper gewesen, sondern nach...
Es gibt viele Zahlen, die sich mit der Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth verbinden. Natürlich sind da zunächst die knapp 30 Millionen Euro, die der Freistaat Bayern für die Restaurierung zur Verfügung gestellt hat. Markus Söder, der in seiner Funktion als Finanz- und Heimatminister mit dem Projekt vielfach beschäftigt war, fasste es bei...
