Ehre sei Gott in der Höhe des Swing!

Geistliches von Antonio Vivaldi mit Julia Lezhneva, Franco Fagioli und I Barocchisti unter Diego Fasolis

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Das Lob des Herrn hat viele Gesichter. Es kann demütig sein, erhaben frohlockend, schlicht-eingängig. Aber es kann auch so sein wie hier: überschäumend, vital, ja beinahe ausgelassen. Antonio Vivaldis «Gloria», mit großer Wahrscheinlichkeit anlässlich Venedigs Sieg gegen die Türken anno 1716 komponiert, sprüht vor diesem erquickenden Geist, der geistliche Würde mit jenem musikantischen Esprit verknüpft, für den «Il Prete Rosso» noch heute zu Recht gerühmt wird.

Zumal in einer Interpretation, die jedes affirmative Pathos vermeidet, stattdessen auf brizzelnde Sprachmelodik und bewegten Rhythmus setzt: Ehre sei Gott in der Höhe des Swing!

Diego Fasolis und sein Ensemble I Barocchisti gebieten über eine gut ausbalancierte, deklamatorisch dichte, atmende Tongebung. In den schnellen Sätzen des «Gloria» lässt diese Funken sprühen, in einem elegischen Stück wie «Et in terra pax» mit seinen absteigenden Arpeggien, schattiert sie geschmeidig und im steten Puls die verschiedenen Stimmen, bringt Akzente wohldosiert zum Einsatz. Im Einklang mit den Chromatismen des Chorsatzes (der Chor des Schweizer Rundfunks besticht durch präzise Artikulation und hohe Phrasierungskunst) entsteht eine ...

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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Jürgen Otten

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