Tänzelnde Lipizzaner

Das Stuttgarter Festival Eclat zeigt zwei Produktionen zwischen Musiktheater und Performance

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Du sollst nicht langweilen!» hieß das Motto eines ganz Großen. Leider kein Gegenwartskomponist, sondern Filmregisseur: Billy Wilder. Dennoch ein Satz von Gültigkeit, schließt er ja das Komplexe, Tiefgründige, Kluge nicht aus. In dieser Hinsicht bot das Stuttgarter Eclat-Festival, 1980 erstmals über die Bühne gegangen und neben den Donaueschinger Musiktagen das wichtigste Neue-Musik-Treffen im Süden der Republik, einige Volten.

Überwiegend wirkt die Avantgarde-Musikszene ja übertrieben ernsthaft; phrasenhaft, großsprecherisch einerseits, anderseits sich gegenseitig belauernd, während einer vom anderen abkupfert und der eitle Dritte die Pose sucht. Angenehmerweise sind Absatzbewegungen von der Orthodoxie festzustellen. Leicht gemacht nicht zuletzt durch das Zerbrechen des Werkbegriffs, die Tendenz zur performativen Musik, die vom langjährigen künstlerischen Eclat-Leiter Hans-Peter Jahn (bis 2013) gefördert wurde, wenngleich die explizit musiktheatralen Akte szenisch oft kläglich ausfielen. Heute ist man da weiter, auch weil die Neuen Vocalsolisten, sozusagen das Hausensemble von Eclat, über entsprechende Erfahrungen verfügen.

Produktiv wurde das in Malte Giesens «Frame», einer der ...

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Opernwelt April 2020
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Götz Thieme

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