Smetana: Die verkaufte Braut
Die Tanzerei beginne, lässt sich der Chor vernehmen. Von wegen. Da ist in Freiburg das Dreisparten-Haus mit Tanztheater-Ausrichtung vor. Beinahe schon die Regel, dass ein Operneinsatz des Tanzensembles nicht vorgesehen ist. Andeutungsweise getanzt wird dennoch in dieser «Verkauften Braut». Ob aus Not oder konzeptioneller Überzeugung: Bernhard Moncados bewegungsfreudiger Chor besorgt’s.
Die mit kurzen Röckchen und fleißig hergezeigtem Unterzeug nicht durchweg vorteilhaft gekleideten Frauen und die Männer stehen sich von Anfang an in strikt getrennten Blöcken gegenüber, so dass im zweiten Akt, wenn anstelle des Furiant zur lüsternen Hatz auf die Weiber geblasen wird, von einer feindlichen Übernahme gesprochen werden muss. «Warum sollten wir nicht froh sein?» Darum.
Diese Smetana-Aufführung ist nicht durchweg so düster, so bösartig und unversöhnlich, wie heute üblich, aber sie schaut mit hinreichend kritischem Blick auf die Schwächen, die Hinterhältig-, Schäbig- und Geldgierigkeit in der scheinbaren Idylle. Regie und Bühne: Christian Sedelmayer. Das bedeutet insgesamt freilich zwischen Haupt- und roh gezimmerter Zweitbühne ein undurchsichtiges Schwanken, dessen man letztlich ...
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Der letzte Dortmunder «Ring» wurde 1994 vollendet. Stand mit dem geringen Abstand von einem Jahrzehnt eine neue Interpretation wirklich dringend an, zumal es in jüngerer Zeit und in leidlich erreichbarer Nähe alternative Produktionen zu besichtigen gab (Münster, Köln)? Die Dortmunder Initiative dürfte in erster Linie dem Ehrgeiz der Regie führenden Opernchefin...
Mehr Musiktheater gibt’s auch an manch großem Opernhaus nicht. Zumindest, was das Angebot von (Ko-)Produktionen oder komplett eingekauften Abenden betrifft. Acht sind es derer an der Zahl, mit denen das Festspielhaus Baden-Baden in der Spielzeit 2007/08 aufwartet: sieben Opern (darunter dreimal Wagner und eine konzertante «Sonnambula» mit Cecilia Bartoli und...
