Singparabel
Zwei Jahre bleiben Aviel Cahn noch als Intendant der Opera Vlaanderen. In der verbleibenden Zeit hat der Schweizer, der 2019 an das Grand Théâtre Genf wechselt, noch viel vor in Antwerpen und Gent. Die kommende Spielzeit 2017/18 etwa wird er mit Erich Wolfgang Korngolds höchst selten aktiviertem «Wunder der Heliane» eröffnen. Für einen neuen Blick auf Debussys «Pelléas et Mélisande» hat er die Performancekünstlerin Marina Abramović gewinnen können: Sie wird Bühne und Kostüme gestalten.
Auch die aktuelle Saison klang mit einer Besonderheit aus: mit der im Westen nahezu unbekannten Märchenoper «Sadko» von Nikolai Rimsky-Korsakow.
Der Titelheld ist ein russischer Träumer, der sich unter den reichen Kaufleuten von Nowgorod beweisen will, von ihnen aber nur verlacht wird. Hilfe findet er bei einem Fabelwesen, bei Wolchowa, der Tochter des Meereszaren. Als Zeichen ihrer Liebe schenkt sie Sadko drei goldene Fische. Nach Wander- und Lehrjahren in der Fremde kehrt er in seine Heimatstadt zurück, bringt ihr Reichtum – und den lang ersehnten direkten Zugang zur Ostsee. Der Preis ist freilich hoch: Statt Sadkos Frau zu werden, hat sich Wolchowa in einen Fluss verwandelt, der nun den ...
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Am besten funktioniert noch immer das Original. Auch wenn es wie hier eine Reduktion ist von Beethovens Arie auf Florestans schmerzvolle Gesangslinie, gestützt von einem dürren, solistisch besetzten Instrumentalgerüst. Sein Schrei nach dem «himmlischen Reich» beendet diese 70 Minuten, die so etwas sind wie «Fidelio 2.0». Eine musiktheatralische Untersuchung der...
Die Heilige ist nackt. Splitterfasernackt. Mit dem Rücken zu uns, embryotisch gekrümmt, liegt Maddalena (Randi Lund) an der Bühnenrampe, Schutz suchend, wo nur spitze Schuhe sind. Mehrfach, fast obsessiv, tritt ihr ein blondgewellter Mann in hellblauem Anzug und verspiegelter Sonnenbrille mit ungeminderter Wucht in den Schoß, selbst vor der Apostelin der Apostel...
Mit Ausnahme der unglücklichen Marfa in Nikolai Rimsky-Korsakows «Zarenbraut» hat Olga Peretyatko bisher hauptsächlich Partien des italienischen Opernrepertoires interpretiert. Auf ihrer neuesten, vierten CD stellt sie sich erstmals mit russischen Arien und Liedern vor – für westliche Hörer, wenn man von Sergej Rachmaninows unverwüstlichem Bravourstück «Vocalise»...
