Postlagernd
Am besten funktioniert noch immer das Original. Auch wenn es wie hier eine Reduktion ist von Beethovens Arie auf Florestans schmerzvolle Gesangslinie, gestützt von einem dürren, solistisch besetzten Instrumentalgerüst. Sein Schrei nach dem «himmlischen Reich» beendet diese 70 Minuten, die so etwas sind wie «Fidelio 2.0». Eine musiktheatralische Untersuchung der Kraftfelder dieser Handlung, ein Forschen nach echtem, geraubtem oder virtuellem Gefühl. Immer wieder wetterleuchtet Beethovens Oper auf, gesungen, gespielt, verfremdet, fragmentiert.
Eine bewegte, nicht sonderlich bewegende Installation mit dem Namen «[catarsi]», für die Münchens Opernfestspiele in den Postpalast unweit des Hauptbahnhofs bitten.
Dabei darf man auch die Eingeweide des Gebäudes erkunden: Nach einem Gang durch dunkle Kellerflure geht es in den großen Raum unter der Kuppel, wo das Musiktheaterkollektiv Agora, Dirigent Benedikt Brachtel samt den Solisten Laura Tatulescu, Alban Lenzen und Kristofer Lundin (vor allem er lässt aufhorchen) ihre «Fidelio»-Splitter reichen.
Das ehemalige Paketzustellamt aus den 1920er-Jahren ist heute Raum für Events – von Rockkonzerten bis zur FC-Bayern-Meisterfeier. Die Bayerische ...
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Ein biografischer Bezug? Den gibt es sogar im Fall von Oberammergau. 1871 reiste Richard Wagner zum Passionsspiel, ließ sich fürs eigene Œuvre inspirieren, von der Landschaft hinreißen. «Hier ist alles über jede Beschreibung hinaus schön», notierte er. Doch eigentlich braucht das Holzschnitzerdorf, inmitten der alle zehn Jahre stattfindenden Kreuzigungsspektakel,...
Wir haben es kommen sehen. Unsere im Jahrbuch «Oper 2016» veröffentlichte «Chronique scandaleuse» über Planungschaos und explodierende Kosten auf der Kölner Bühnenbaustelle schloss mit einer düsteren Prognose: «Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass ... die Sanierung womöglich noch mehrere Jahre erfordert.» Da hatte der nach Aufdeckung massiver Baumängel neu...
