Sängerkrieg unter der Akropolis

Athen, Wagner: Tannhäuser

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Am Anfang tuscheln die Besucher noch. Doch spätestens, wenn sich aus der «Tannhäuser»-Ouvertüre das Venusmotiv herauszuschälen beginnt, ist der Saal im Athener Megaron still und lauscht. Was hier passiert, ist eine kleine Sensation. Griechenland war bisher weitgehend wagnerfrei. In einem Land mit wenig eigener Musiktheatertradition, in dem die Griechische Nationaloper (GNO) 1940 fast aus dem Nichts heraus gegründet wurde, konnte man dem Publikum Verdi und Puccini servieren, aber keinen Wagner. Der letzte eigene «Tannhäuser» war 1967 zu hören.

Und jetzt das: Die GNO geht das Risiko ein, holt sich eine Produktion von 2007 aus San Franciso in der Regie von Graham Vick, stattet sie mit eigenen Sängern aus – und landet einen Triumph. Das Megaron hat 1600 Plätze, mehr als doppelt so viele wie das alte Haus im Stadtzentrum, und alle vier Vorstellungen seit der Premiere sind ausverkauft. An antiken Gestaden können die Besucher – auch dank Übertitelung – etwas anfangen mit deutschem Mittelalter, mit Sängerkrieg und Marienverehrung.  

Das mag mit der sinnlichen Inszenierung zu tun haben und damit, dass viel nacktes Fleisch zu sehen ist. Aber auch mit dem soliden musikalischen Niveau. Im ...

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Opernwelt März 2009
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Udo Badelt

Vergriffen
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