Reflexion und Ritual
Rhythmisch wiegen sich die Sänger der ägyptischen Sufi-Gruppe «Al-Tariqa Al-Gazoulia», um sich einzustimmen auf das Ritual, das sonst nur in den Räumlichkeiten der islamischen Glaubensgemeinschaft stattfindet. Zum ersten Mal führten die Sufis bei den Salzburger Festspielen ihr Gebet öffentlich vor: ein monodischer Lobpreis Allahs, der nach etwa einer halben Stunde auch orientalische Instrumentalmusik beinhaltet.
In achtzehn Konzerten wurde bei den Salzburger Festspielen unter dem Titel «Ouverture spirituelle» die Musik des Islam mit geistlicher Musik des Okzidents konfrontiert. Und so stießen die rauen Sufi-Gesänge auf Monteverdis «Marienvesper» oder Händels selten gespieltes «Dixit Dominus» – in wunderbar plastischen und farbigen Wiedergaben durch den britischen Monteverdi Choir und die English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner. Ein weiteres, wichtiges Zeichen setzte Jordi Savall mit einem Völker verbindenden Projekt, das exzellente Musiker der Balkanländer, Syriens und Israels vereinte.
Ein Dialog der Kulturen fand auch im parallelen Kongress «Disputationes» statt, bei dem führende Orientalisten ein ganz anderes Bild des Islam zeichneten als jenes von Mord und Terror ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Reinhard Kager
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Bernstein, West Side Story: 21. (P), 28.9.; 1., 5., 9., 11., 18., 25.10.; 2., 15., 22., 29.11.; 6., 19., 25.,...
Verheißungsvolles rosa Glimmen, dann ein Krach. Der Käfig, der sich vor dem Alkoholator aus dem Bühnenboden schiebt, ist steckengeblieben. Technische Störung in der Untermaschinerie. Die ins Tiefgeschoss der Wartburg verdrängten Triebe – verklemmt! Tannhäuser und eine hochschwangere Venus hieven sich durch die Dachluke und machen oben weiter, so gut es geht. Aber...
Herr Villazón, Sie singen viel, aber mittlerweile inszenieren auch Sie fast so viel wie hauptberufliche Regisseure. Wann haben Sie eigentlich die Zeit gefunden, das Buch zu schreiben? Zwischen zwei und vier Uhr morgens?
Zu Beginn des Prozesses nehme ich, wenn immer ich kann, hie und da ein, zwei Stunden Zeit zum Schreiben, später sind es oft ganze Tage am Stück. Ich...
