Abschied, Entsagung, Tod
Dass Christian Gerhaher auf dem Cover seiner neuen CD «Nachtviolen» unten am rechten Rand erscheint, suchend, nachdenklich, scheu, als wolle er sagen, er sei eigentlich gar nicht da, könnte man ihm auch als Attitüde auslegen. Das aber wäre ein eklatantes Missverständnis. Denn die (kreativen) Skrupel des Baritons, der an sich längst ein Superstar der Musikszene ist, sind, wie man weiß, grundehrlich.
Deshalb scheint der Titel seines neuen Schubert-Albums auch so wunderbar passend: Nachtviolen (Hesperis) sind jene selbstlosen Blumen, Kräuter eigentlich, die sich – tagsüber unauffällig – erst abends dutftend entfalten.
Und wie diese vermeintlich unscheinbaren Gewächse verbindet auch Schuberts Lied, 1822 komponiert, vermeintliche Schlichtheit des Satzes mit magischer Klangpoesie. Gerhaher vermittelt die Melancholie dieses Lieds – die der Komponist dem Verfasser des Gedichts, seinem früheren Freund Johann Mayerhofer, quasi hinterhertrug – ohne Sentimentalität, ohne jede Vorzeige-pose, ohne den notorischen «pädagogischen Eros», sondern schlicht berührend im unmittelbaren Sinn des Wortes. Das Album wandelt ein wenig abseits des üblichen Schubert-Repertoires, bringt manch viel zu selten ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 40
von Gerhard Persché
Dem bequem Üblichen und Überkommenen, dem Gewohnheitsgeplapper hat Nikolaus Harnoncourt sich stets entzogen. Auch und vor allem in der Musik. Nicht, dass man mit seiner Interpretation von Mozarts «Zauberflöte» 2012 bei den Salzburger Festspielen immer d’accord war. Manches schien doch ein wenig nach gewolltem «Anders-als-die-anderen» zu riechen, und man konnte die...
Die Bregenzer Bühne – eine Waschküche. Ein Mädchen schält sich aus dem Dunst heraus. Die junge Frau beginnt zu singen, für sich, leise auch und wie von weither. Sie singt vom Mädel in der Wachau. Es wird noch manches Wiener Lied angestimmt – aber anders, als man’s kennt, neu komponiert, verquerer. Die Belgierin Ilse Eerens führt einen ganz zarten, eigentlich schon...
ARD-ALPHA
7.9. – 20.15 Uhr
Jedes Ding hat seine Zeit.
Film von Eckhart Schmidt über Sena Jurinac.
14./21./28.9./3.10. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
1. Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-moll, op. 93;
2. Ravel: Rhapsodie espagnole, Strawinsky: Le Sacre du printemps;
3. Mozart: Symphonie C-Dur KV 551;
4. Bruckner: Symphonie Nr. 8.
21.9. – 20.15 Uhr
Jörg Widmann.
Porträt...
