Offenbach: Les Contes d´Hoffmann
Wer die Repertoireoper à la Wien oder München schätzt und das Stagione-Prinzip verabscheut, braucht sich nicht länger aufzuregen: Wenn er an einem Stagione-Opernhaus eine Vorstellungsserie versäumt, kann er in der Regel die begehrte Aufführung alsbald an einem anderen Operntheater nachsitzen. Geldknappheit und Ressourcenschwund zwingen die europäischen Opernbühnen immer mehr zu Koproduktionen. Wer «Hoffmanns Erzählungen» in der Inszenierung Laurent Pellys vor zwei Jahren nicht in Lausanne erleben konnte, fand jetzt an der Opéra Marseille Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen.
Natürlich spielt ein anderes Orchester, auch der Dirigent und die Sänger, bis auf eine Ausnahme, heißen anders. Also doch so etwas wie eine neue Einstudierung, wenn auch keine Neuinszenierung: Laurent Pellys szenische Interpretation in den mobilen Bühnenräumen von Chantal Thomas gewinnt auch in Marseille die Magie und räumliche Phantastik, die Assoziationen an Stummfilmkunstwerke à la Murnau hervorruft (siehe auch OW 4/2003). Dem derzeit vielbeschäftigten (zu beschäftigten?) Laurent Pelly ist mit seiner «Hoffmann»-Darstellung ohne Einschränkungen eine suggestive, in der Optik moderne Inszenierung gelungen, ...
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