Noch eine Elphie
Zum Lachen geht man in Dresden jetzt in den Keller: Das Kabarett «Herkuleskeule» hat nämlich eine neue Spielstätte, im Untergeschoss des Kulturpalasts. Durch die Entscheidung, dem 1969 symbolträchtig ins historische Zentrum geklotzten Bau seine Außenhaut zu lassen, ihn innen aber völlig zu entkernen, entstand zusätzlicher Raum: Die riesige, für Orchesterkonzerte eigentlich unbrauchbare Multifunktionshalle wurde durch einen akustisch auf Klassik-Bedingungen ausgelegten 1800-Plätze-Saal ersetzt, um den sich auf zwei Etagen nun die lichte, benutzerfreundliche Zentralbibliothek schmiegt.
Das Büro für die geplante Bewerbung Dresdens zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 fand ebenso Platz wie ein «Zentrum für Baukultur», ein Restaurant und eben die «Herkuleskeule». 100 Millionen Euro hat die Stadt investiert, für die offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten am letzten April-Wochenende hielten die Handwerker kurz inne. Erst in fünf Monaten aber wird alles fertig sein, dann startet der Regelbetrieb mit der Einweihung der Konzertorgel.
Wie wichtig der Staatsführung die damals größte Versammlungsstätte der DDR war, zeigt sich an den edlen Materialien, die im Kulturpalast verbaut wurden: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Frederik Hanssen
58. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752301
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.der-theaterverlag.de/opernwelt
Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser...
Dunkel soll es klingen, das Eisentor, das sich zu Beginn des vierten Aktes schließt. Verlauf und Zeitwerte dieses Sounds sind genau notiert, bis auf den letzten Akzent einer (sonst stummen) Quintole. Fortschreitend in Tontrauben zwischen dreifachem piano und forte. Dann mischt sich Gemurmel einer Menschenmenge in die rund um das Auditorium des Genter Opernhauses...
Così fan tutte? Schön wär’s. Nur wenige Dirigenten durchforsten die Partitur dieses Dramma giocoso mit solch mikroskopischer Präzision und geschärftem dramaturgischen Sinn, wie es jetzt Hartmut Haenchen in der Opéra des Nations unternommen hat. Fast möchte man von einer revolutionären Tat sprechen, wäre nicht die Partitur schon ebenso beschaffen. Haenchen folgt...
