Neue Bahnen

Mark Elders vorzügliche Einspielung von Puccinis «Le Willis» in der Erstfassung aus dem Jahr 1884

Opernwelt - Logo

«Le Villi» sind rare Gäste auf der Bühne, zuletzt in Budapest im Frühjahr 2019. Die ursprüngliche, 1883 komponierte Fassung dieser ersten Oper Puccinis kannte man bisher nur aus dem Überblick in Dieter Schicklings Werkverzeichnis. Deren Titel «Le Willis» weist noch in der Verwendung des dem Italienischen fremden «W» darauf, dass es um Fantastisches aus dem nebligen Norden geht: Im Schwarzwald kehren verlassene Bräute nach ihrem Tod als rächende Geister zurück.

Das Label Opera Rara hat diese einaktige Fassung rekonstruieren lassen.

Der gerade 25-jährige Puccini hatte sie bei einem Wettbewerb eingereicht – ohne Erfolg, wohl weil der stets sehr langsam arbeitende Komponist eine nicht ganz vollständige Partitur abgab. Doch fünf Monate später, am 31. Mai 1884, organisierte der Verleger Ricordi die Uraufführung in Mailand. Puccinis Glück war gemacht und Ricordis Stellung als mächtigster Opernverleger auf weitere Jahrzehnte gesichert.

Für eine zweite Produktion im Dezember 1884 erweiterte Puccini die Partitur, die erst 1889 die Gestalt fand, in der wir bisher diesen Erstling kannten. Die knappere Erstfassung – genau 46 Minuten Musik – fasziniert bereits beim ersten Hören. Unglaublich, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Anselm Gerhard

Weitere Beiträge
Impressum Dezember 2019

60. Jahrgang, Nr 12
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin

ISSN     0030-3690
Best.-Nr.     752328

Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de



Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)

Redaktionsbüro
Andrea Kaiser | redaktion@opern...

Romeo und Julia auf Aserbaidschanisch

Es ist ein Opernabend der anderen Art. Im ausverkauften Opernhaus von Baku freilich gehört die Aufführung von «Leyli und Madschnun» zum festen Ritual eines dem aserbaidschanischen Komponisten Uzeyir Hadschibeyli gewidmeten Festivals. Während auf der Bühne das große Liebesdrama zelebriert wird, leuchten im Publikum unentwegt Handys auf, es wird fotografiert und...

Folge den krummen Pfaden

Das höchste Ziel eines Schriftstellers habe es zu sein, die Welt in Sprache zu verwandeln, ihren krummen Pfaden zu folgen und zu sehen, was Sprache mit Erfahrung macht. So Peter Handke. Man könnte dies in erweitertem Sinne – ersetzt man «Sprache» durch «Musik», oder noch besser: verbindet man beides – auch auf Marlis Petersen und ihr Triptychon «Dimensionen»...