Ausnahmezustand
Tote Ratten unter den Garderoben, ein bestialischer Gestank aus der Kanalisation, eine Heizung, die nur unter Vollgas oder gar nicht funktioniert, nicht zu vergessen der Lärm, der von den Messehallen herüberschallt: Theater machen, das bedeutet in Landshut Ausnahmezustand. Seit fünf Jahren geht das schon so. Seit dieser Zeit spielt und singt das Landestheater Niederbayern im Exil eines eigens gekauften Theaterzelts. Das historische Stadttheater wird saniert, die Gesamtkosten belaufen sich auf gute 30 Millionen Euro, eigentlich sollte 2024 alles ausgestanden sein.
Doch nun droht die Katastrophe. Weil Ebbe ist in der Landshuter Kasse, will die Stadt die Renovierung stoppen. Eine Situation, die sich auf den gesamten Theaterzweckverband mit seinen drei beteiligten Kommunen (und Spielstätten) Landshut, Passau und Straubing auswirken würde. Das Landestheater Niederbayern, so fürchtet Intendant Stefan Tilch, stünde damit vor dem Aus.
Bis weit in die 2030er-Jahre müsste das Ensemble zelten, sollte Landshut bei seiner Haltung bleiben. Für Tilch unannehmbar. Nicht nur, dass schon jetzt unter arbeitsrechtlich mehr als heiklen Bedingungen gearbeitet werden muss – das Zelt selbst, so der ...
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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Markus Thiel
Alle zwei Jahre wandelt sich das beschauliche Gütersloh zur Hauptstadt der jungen Gesangskunst. Jeweils im Oktober entscheidet sich in der westfälischen Kommune, Hauptsitz des Medienhauses Bertelsmann, mit wem man künftig auf den Bühnen der Welt rechnen muss. Dann finden in der Stadthalle die Endrunden des Wettbewerbs «Neue Stimmen» statt. Er zählt zu den...
Frau Pluhar, vor vier Jahren haben Sie in Utrecht «Dido and Aeneas» von Henry Purcell dirigiert, eine ziemlich schräge halbszenische Aufführung. Dürfen die Besucher im Schlosstheater Schwetzingen Ähnliches erwarten?
Damals gab es lediglich eine konzertante Aufführung. Es freut mich natürlich, dass unsere zugegebenermaßen unkonventionelle Interpretation von «Dido...
Achtung: Spoiler-Alarm. So heißt es ja neuerdings, wenn man etwas verrät, was der Leser vielleicht (noch) gar nicht wissen will. Aber Gastregisseur Vasily Barkhatov hat vorab im Programmheft preisgegeben, was seine «Tosca» von anderen unterscheidet: Der Täter ist hier auch Opfer. Und opfert sich bewusst – durch die Tat einer anderen. Verwirrt?
Denkfaulere...
