Mord im Schlachtraum
Eigentlich liegt die Frage auf der Hand: Was passiert, nachdem der Vorhang gefallen ist? Wie wird Rigoletto damit umgehen, dass ihm das einzig verbliebene Glück geraubt wurde? Die famos-furiose «Rigoletto»-Inszenierung an der Oper Halle setzt hier an – im Danach. Der traurige Titelheld ist traumatisiert vom Blick in den Leichensack, vom Blick auf seine ermordete Tochter; das Geschehene erlebt er nurmehr in Rückblenden. Louisa Proske, seit dieser Spielzeit Hausregisseurin und stellvertretende Intendantin, gibt mit Verdis Oper ihr Europa-Debüt.
Die vergangenen zehn Jahre hat sie in New York gearbeitet, 2014 die Heartbeat Opera gegründet. Das Angebot aus Sachsen-Anhalt sei «zur richtigen Zeit» gekommen, sagt sie. Gerade durch ihre Abwesenheit aus Deutschland habe sie die reiche und dichte Kulturlandschaft wieder schätzen gelernt. Dass Proske ursprünglich vom Schauspiel kommt, merkt man ihrem «Rigoletto» an. Der Abend entwickelt seine Faszination weniger mithilfe emotionaler «Berührungsmomente» als vielmehr aufgrund einer fesselnden psychologischen Personenführung.
Rigoletto dient als Narr am Hof des Herzogs von Mantua mit spitzer Zunge. Er spottet über die Höflinge, sie beleidigen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2022
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Katharina Stork
JUBILARE
Jane Henschel absolvierte ihr Gesangsstudium an der University of Southern California. Erste Opernengagements führten sie 1978 nach Deutschland, sie trat in Aachen, Wuppertal, Dortmund und an der Deutschen Oper am Rhein auf. Zahlreiche Gastspiele machten die Mezzosopranistin ab Ende der 1980er-Jahre in der ganzen Welt bekannt, umjubelt etwa als Amneris,...
Ein pianissimo ist ein pianissimo ist ein pianissimo? Im vorliegenden Fall ist es die um ein My leisere Variante, ein pianopianissimo. Fast unhörbar, wie aus weiter Ferne, so als sei sie Ankündigung des nahenden Todes, erklingt die Linie der Violoncelli und steigt sie eine Oktave hinab, vom kleinen e zum großen E, dessen Erscheinen die Leere der Welt bekundet (wie...
Es ist eben alles eine Frage der Wahrnehmung: Einmal prangt «Faust» auf der Titelseite, einmal «Margarethe», je nachdem, wie man das Programmheft hält. Nach der Pause gibt’s sogar ein Déjà-ecouté auf die Ohren, wenn Domonkos Héja noch einmal die Ouvertüre dirigiert – als Entrée für einen Perspektivwechsel zu Gunsten Marguerites: Jetzt ist sie dran. Am Ende wird sie...
