Mit Gottes Hilfe
Die christliche Historiografie ist voll von Märtyrergeschichten, von Geschichten, in denen Menschen im Glauben daran, Gott oder göttliche Gnade möge ihnen Erlösung gewähren, den Tod wählen. Eine von ihnen ist, laut einer Heiligenlegende, die Patrizierin Theodora, die Ende des 3. Jahrhunderts in Antiochia, dem heutigen (in der Türkei gelegenen) Antakya, unter heidnischer Herrschaft lebte und für ihre Überzeugungen und mehr noch für ihre Liebe zu Didymus, einem christlichen Römer, den Gang in den Himmel einer unfreien irdischen Existenz vorzog.
Nachzulesen ist ihr (trauriges?) Schicksal in der Erbauungsschrift «The Martyrdom of Theodora and of Didymus» von Robert Boyle, die der schriftstellernde Reverend Thomas Morell für Georg Friedrich Händel 1750 zu ein Libretto umformte. Händels Oratorium «Theodora» – neben «Messiah» das einzige englischer Prägung, dem ein christliches Sujet zugrunde liegt – wurde am 16. März desselben Jahres im Covent Garden Theatre aus der Taufe gehoben.
Die Geschichte in Kürze: Weil sie dem von den römischen Herrschern verordneten Opferfest nicht beiwohnen will, wird Theodora, darin eine entfernte Verwandte Iphigenies, zum Götzendienst im Tempel der Venus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 25
von Jan Verheyen
Dieses barocke Wunderwerk des Marc-Antoine Charpentier von 1688 kommt offiziell als alttestamentarische Tragédie biblique daher, es erzählt vom ersten jüdischen König Samuel, von dessen Sohn Jonathas und von deren intrigengespanntem Verhältnis zum späteren König David in einer Phase des Krieges: «Und es begab sich zu der Zeit, dass die Philister ihr Heer sammelten,...
Als Heribert Germeshausen 2018 die Dortmunder Intendanz übernahm, gehörte zu seiner Vision einer «Ruhr-Oper 21» auch die Kontextualisierung von Wagners Musikdramen mit ihren französischen Vorläufern und Zeitgenossen. Diesen «Wagner-Kosmos», der 2020 starten sollte, wirbelte ihm die Corona-Pandemie gründlich durcheinander. Aubers Grand-Opéra «La Muette de Portici»...
Das Geld und die Kunst lagen in London eigentlich schon immer und fast buchstäblich nebeneinander auf der Straße. Noch heute gibt es in der Bankenstadt, der kundige Zeitgenossen den poetisch-sarkastischen Beinamen «Laundramat» angedichtet haben, verstreut über die Viertel sogenannte «Theatre Pubs», wo im Erdgeschoss Unmengen von Pints durch durstige Brexitkehlen...
