Macht, Liebe, Eifersucht
Ein täglicher Blick in die Zeitung bringt es an den Tag: Macht, Liebe und Eifersucht sind die Triebkräfte, die die Menschheit in Atem halten. Was Wunder, dass sie seit jeher auch die Künstler umtreiben, von den Epen Homers über die mittelalterlichen Ritterromane bis hin zur Fantasy-Literatur unserer Tage. Oper und Kino machen keine Ausnahme. Im Gegenteil, beide dienen der Unterhaltung und Zerstreuung – das war im Barock nicht anders als in der postmodernen Spaßgesellschaft.
In Venedig spielten im späten 17.
Jahrhundert zeitweise bis zu sieben Opernhäuser gleichzeitig und zogen während des Karnevals Gäste aus nah und fern an. Was die Menge faszinierte, war – nicht anders als heute – weniger die Musik selbst als die Stars und die Inszenierung. Die Theaterleiter sparten beim meist nur spärlich besetzten Orchester und steckten alles Geld in die pomphafte Ausstattung. Technisch aufwändige Bühneneffekte sorgten für den entsprechenden Sinnenkitzel. So sind denn im Vorspann von Nicolò Beregans Libretto zu Giovanni Legrenzis Oper «Il Giustino» die von der Bühnenmaschinerie vorgeführten Flugwerke und allegorischen Erscheinungen säuberlich aufgelistet. Davon war im Schwetzinger ...
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Von Beginn an ist die Tragödie unausweichlich. Die Doubles von Luisa und Rodolfo liegen bereits tot am Boden. Der schwarz gewandete Chor: eine Trauergemeinde an einem imaginären offenen Grab. Am Ende fast dasselbe Bild, nur dass jetzt die vergiftete junge Frau ihr nahes Ende antizipiert, sich selbst die Augen schließt und ihrem Double die Arme über der Brust...
In einer Enzyklopädie der Gesangskunst, die noch geschrieben werden muss, hat er ein eigenes Kapitel verdient, auch wenn er heute nur noch wenigen Kennern ein Begriff ist: Der rumänische Tenor Petre Munteanù (1916-1988) vertritt den Typus des «tenore di grazia» in Reinkultur, wobei dieser Terminus weniger ein Stimmfach bezeichnet als eine ästhetische Haltung.
Eigent...
Herr Flimm, als Ihr Freund Gerhard Schröder im Herbst 1998 Helmut Kohl als Bundeskanzler ablöste, verkündete er, er wolle nicht alles anders machen, aber vieles besser. Im Oktober vergangenen Jahres haben Sie die Intendanz der Salzburger Festspiele von Peter Ruzicka übernommen. Was muss sich ändern, was wollen Sie besser machen?
Ich würde nie sagen, dass ich etwas...
