Macht des Unbewussten

München, Bayerische Staatsoper, Verdi: Luisa Miller

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Von Beginn an ist die Tragödie unausweichlich. Die Doubles von Luisa und Rodolfo liegen bereits tot am Boden. Der schwarz gewandete Chor: eine Trauergemeinde an einem imaginären offenen Grab. Am Ende fast dasselbe Bild, nur dass jetzt die vergiftete junge Frau ihr nahes Ende antizipiert, sich selbst die ­Augen schließt und ihrem Double die Arme über der Brust verschränkt.

Claus Guth hat das Prinzip der Spiegelungen der Figuren, ihrer Verdoppelung, Vervielfachung auf die Spitze getrieben: In der letzten Szene Luisas mit ihrem Vater (etwas bemüht zwischen Larmoyanz und Wut: Paolo Gavanelli) wird die Drehbühne zum schwindelerregenden Kaleidoskop vier identisch agierender Paare, die sich in slow motion hinter den Protagonisten bewegen.
Um diesen tiefenpsychologischen Effekt räumlich sichtbar zu machen, ließ sich der Regisseur von Chris­tian Schmidt ein riesiges, mit Raufasertapete ausgekleidetes Drehkreuz bauen, das vier sich spiegelnde Räume zeigt. In zweifacher Ausfertigung das Wohnzimmer von Vater und Sohn Walter, in Stahlblau, mit Stehlampe; zweimal das Zimmer von Vater und Tochter Miller, mit einem schlichten weißen Tisch. Vor den Wänden rote Vorhänge, sie schließen und öffnen sich ...

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Opernwelt Juli 2007
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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