Die Kunst, mit der Stimme zu malen
In einer Enzyklopädie der Gesangskunst, die noch geschrieben werden muss, hat er ein eigenes Kapitel verdient, auch wenn er heute nur noch wenigen Kennern ein Begriff ist: Der rumänische Tenor Petre Munteanù (1916-1988) vertritt den Typus des «tenore di grazia» in Reinkultur, wobei dieser Terminus weniger ein Stimmfach bezeichnet als eine ästhetische Haltung.
Eigentlich wollte Munteanù Violinvirtuose werden, doch dann regten ihn die Schallplatten Tito Schipas an, den Sängerberuf zu ergreifen.
Nach seinem Debüt in Bukarest kam er während der Kriegsjahre nach Berlin, wo er seine Studien bei Günter Weissenborn weiterführte und bald ein Engagement an die Volksoper erhielt. Die Karriere kam 1947 mit seinem Debüt an der Mailänder Scala als Ferrando in «Così fan tutte» in Gang. Mozart spielte auch weiterhin eine zentrale Rolle in Munteanùs Repertoire. Fünf Jahre später war er in Mailand Pedrillo neben der Konstanze von Maria Callas.
Munteanù war nicht nur ein exzellenter Sänger, sondern auch ein vielseitiger Musiker. Er komponierte Kammermusik, schrieb auf dem Höhepunkt seiner Karriere eine Doktorarbeit über Hugo Wolf und begann 1969 eine zweite Karriere als Dirigent. Ähnlich dem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Aberglaube hat etwas für sich: Alexander von Zemlinsky, so schreibt sein Biograf Antony Beaumont, wählte für die Oper «Der Traumgörge» bewusst einen Titel mit dreizehn Buchstaben, um die Furcht seiner Kollegen vor dieser Zahl zu karikieren. Noch Arnold Schönberg – Zemlinskys Freund, Schwager und Schüler – nahm Aaron einen Buchstaben, um bei «Moses und Aron» auf...
Auf große Überraschungen muss man sicherlich nicht gefasst sein, wenn man im Frühsommer die beiden Händelfestspiele in Göttingen und Halle besucht. Alles verläuft in vertrauten, wohlgeordneten Bahnen. Immer stehen beide Festivals unter einem Thema (Göttingen: «Macht und Ohnmacht» / Halle: «Triumph von Zeit und Wahrheit»), und stets bilden die Opernaufführungen...
An Wagners abstoßendem Antisemitismus kann es keinen Zweifel geben. Bis heute wird jedoch kontrovers diskutiert, ob sich dieser Antisemitismus auch in seinem musikdramatischen Werk niederschlägt. Im Richard-Wagner-Handbuch von 1986 verficht der Literaturwissenschaftler und Wagner-Kenner Dieter Borchmeyer mit aller Leidenschaft und in erklärter Wendung gegen Theodor...
