Liaison mit Katzenjammer.
Wenn Musiktheater primär aus ökonomischem Antrieb zustande kommt, bedeutet dies noch nicht, dass es sich künstlerisch nicht ernst nehmen und nur billige Lösungen suchen muss. Ein internationales Veranstalter-Konsortium setzte neue quantitative Maßstäbe mit einer 1998 in Peking vor der Kulisse der «Verbotenen Stadt» entwickelten Inszenierung von Puccinis «Turandot». Sie wurde jetzt in überarbeiteter Form im größten Pariser Stadion präsentiert – als «größte Opernproduktion aller Zeiten».
Zhang Yimou (prominent durch Filme wie «Die Rote Laterne» oder «Ehefrauen und Konkubinen») exportiert seine heimatgeschichtlich ambitionierte Sicht auf Puccinis letzte Oper. Er ließ die Nordkurve des Stade de France in Paris mit einer gigantischen Chinoiserie überbauen: Tiananmen – vom Platz des himmlischen Friedens aus gesehen, etwa in Echtgröße, einhundertsechzig Meter breit. Über seitwärtigen Pylonen, in die große Projektionsflächen für Beamer eingelassen wurden, erheben sich die charakteristischen Dächer.
An den Kostümen und der Maquillage wurde nicht gespart. Zu jedem Akt-Beginn zieht ein glänzend uniformiertes Trommler-Corps in die monumentale Kulisse, kündet von alter Pracht und Herrlichkeit des ...
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Das Leben als Traum – oder der Traum vom Leben? Nach Calderón und Grillparzer wird diese Thematik auch ins Genre der Operette übernommen. Franz Lehár erzählt unter dem Subtitel «Romantische Operette in drei Akten» die Geschichte von Zorika, Tochter des Großgrundbesitzers Dragotin, die zwar vom Leben mit dem vagabundierenden Zigeunergeiger Jószi träumt, doch letzten...
