Glaube - Liebe - Hoffnung
Wasser. Rings herum nichts als Wasser. Man darf sich das gar nicht vorstellen. Wie das wäre. Was man machen würde in dieser Sekunde, in der das Wasser hier unten, zirka zwölf Meter unter der Straße, durch die Mauern drückt, die Mauern niederreißt, alles, was da kreucht und fleucht, fortreißt in einem riesigen Schwall und man selbst fortgerissen wird von diesen Massen wie ein kleines Plastikspielzeug, wenn das Gebäude langsam einknicken und einen Kniefall machen würde auf den Bebelplatz. Es wäre ein Schauspiel, wie Berlin es nie gesehen hätte. Ein schauderhaftes.
Ein Glück, es ist ja nur eine Vorstellung. Die Realität sieht etwas anders aus. Besser. Das Gefühl jedoch bleibt, was es ist: mulmig. Ganz unten weiß man nie, wo das Licht ist. Man sieht nur den Bitumen, wie er aus einem Lüftungsschacht herausquillt, glibbrig-garstiges, übel riechendes Gezücht aus schwarzen Partikeln. Eigentlich sollte das nicht sein, zumal nicht an diesem heiligen Ort, von dem so viel ausgeht, was wichtig ist für ein Opernhaus, dem Zentrum der technischen Macht: der Druckerhöhungszentrale der Staatsoper Unter den Linden, tief drunten in der märkischen Erde. Aber es ist leider so. Die Oper wird, man kann ...
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Dass Smetanas «Verkaufte Braut» nicht bloß eine buntböhmisch-sentimentale Folkloreangelegenheit ist, sondern eigentlich den ungehobelten Umgang mit dem vermeintlich schwächeren Teil der Menschheit anprangert, der vom vermeintlich stärkeren aufgrund von größeren Muskeln und neun Monaten gesteigerter Empfindlichkeit stets rücksichtslos ausgenützt wurde, haben schon...
Die Zeitungen waren voll davon: «Nahezu offiziersmäßig», so staunte ein Rezensent, ritt im Salzburger «Rosenkavalier» Angelika Kirchschlager als Octavian auf einem «leibhaftigen Schimmel» zum zweiten Akt ein. Nun scheint es freilich nicht gar so überraschend, dass eine sportliche junge Sängerin keine Angst vor einem – vom Reitknecht am Zügel geführten – Pferd hat....
Beinahe unter der Hand ist in den letzten Jahren einer der wichtigsten Aufnahmezyklen der Operndiskografie herangewachsen: Die Einspielung der großen Gluck-Opern bei der Archiv Produktion kann sich durchaus mit dem Großprojekt der Aufnahme aller Vivaldi-Opern beim Label Opus 111 messen. In beiden Fällen wird das Qualitätsniveau dadurch gehalten, dass verschiedene...
