Lebensbewältigungstheater

Erfurt, Strauss: Der Rosenkavalier

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Der Erfurter Oper ist mit diesem «Rosenkavalier» ein Wurf gelungen! Die Szene befragt die «Komödie für Musik» hintersinnig, entfaltet kluge Opulenz und gibt doch dem Theater, was des Theaters ist: in einer Welt zwischen kunstvoller Erfindung und dem Hofmanns­thal’schen «Hätte durchaus so sein können».

Die Wahrheit, die dieses Stück jenseits seiner funkelnden Künstlichkeit hat, geht vor allem von der Feldmarschallin aus: wenn sie über die Zeit und das Älterwerden nachdenkt; wenn sie versucht, Glück, trotz der Vergänglichkeit von Liebe, zu finden und dabei ihre Würde zu wahren; wenn sie im schmerzlichen, aber bewussten Verzicht auf den jungen Geliebten zugleich das Älterwerden zelebriert. Genau diese «Wahrheit» hat das Inszenierungs­team so gezeigt, wie es nur selten gelingt. Die innere, subtile Balance des Beziehungsgeflechtes bleibt gewahrt, und doch wird es ohne aufgesetzte Modernisierung nah an uns herangeholt.
In der Erfurter Deutung von Robert Tannenbaum wird dieses Lebensbewältigungstheater zu einem Spiegel, in den man von heute aus blickt. So wie die drei Zuschau­erinnen in den ersten Parkettreihen, die einige Male von einem Scheinwerfer hervorgehoben werden, wenn sie sich ...

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Opernwelt Februar 2005
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Joachim Lange

Vergriffen
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