Leben auf der Baustelle
Die erste Episode der großen Gala zur Wiedereröffnung des sanierten Bolschoi Theaters ließ Regisseur Dmitri Tcherniakov im Hier und Heute spielen. Kein Ton aus dem Orchester, kein Mucks aus den Kehlen der Sängerprominenz, stattdessen der Lärm von Baumaschinen und das Getrappel von rund hundert «Bauarbeitern». Erst als die plötzlich den Slawsja-Chor aus Glinkas «Ein Leben für den Zaren» anstimmten, begann der musikalische Teil der inszenierten Tour durch die Geschichte des Hauses.
Während Natalie Dessay und Angela Gheorghiu die Rolle der Primadonnen übernehmen durften, kamen die Solisten aus dem Bolschoi nur in Ensembles zum Zuge.
Das ist verwunderlich, zumal das sängerische Niveau nicht nur auf Moskaus Vorzeigebühne für bemerkenswerte Erlebnisse sorgt. So etwa an der Novaja Opera, die eine vokal mehr als achtbare «Cenerentola» präsentierte. Drei Partien waren mit Spitzenkräften besetzt, die in Sachen Virtuosität keinen Wunsch offen ließen: der wunderbar zarte tenore di grazia Alexej Tatarinzew als Ramiro, der als Koloraturen sprühender Scherzbold brillierende Ilja Kusmin in der Rolle des Dandini und Viktoria Jarowaja, die unter Aufsicht Alberto Zeddas an der Perfektionierung ihrer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Alexej Parin
Rechtzeitig zum Amtsantritt von Jossi Wieler als Intendant der Oper Stuttgart sind zwei Bücher über den Schweizer Regisseur erschienen. Obwohl reichhaltig illustriert, lebt der von Hajo Kurzenberger herausgegebene Band doch von den Texten. Kurzenberger charakterisiert Wieler gleich eingangs als Teamplayer, als «besonderen Liebhaber der Menschen, mit denen er...
ARTE
1./7./13./19.12. – 6.00 Uhr
Gesangwettbewerb
«Régine Crespin».
Orchestre National de France, Ber-
trand de Billy. Moderation: Chiara Muti.
2./8.12. – 6.00 Uhr
Paavo Järvi interpretiert
Schumann und Mozart. Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Solistin: Alina Ibragimova.
4.12. – 6.05 Uhr
Musik – ein Fest fürs Leben.
Dokumentation von Alexander Lück und Daniel Finkernagel...
Unter den 768 Werken von Franz Liszt, die in Grove’s Dictionary of Music verzeichnet sind, finden sich rund achtzig Lieder – von Nummer 269 bis 350. Bevor er das erste schrieb («Angiolin»), hatte er schon Lieder von Rossini, dann vor allem von Schubert transkribiert. Über seine frühen Lieder bemerkte Liszt in einem Brief, sie seien «meistens zu aufgebläht...
