Konzertierte Aktion
Premieren von Humperdincks «Hänsel und Gretel» sind in der Vorweihnachtszeit eher Regel als Ausnahme. Diese jedoch hat es in sich. Sie markiert die Gründung der «Wanderoper Brandenburg» – eine Offensive, die überregionales Interesse verdient. Zur Zeit der Wende gab es in Brandenburg fünf Dreispartenhäuser. Geblieben ist davon ein einziges und mit ihm ein letztes Musiktheater-Ensemble: Cottbus. In Potsdam, Senftenberg und Schwedt existieren nur noch kleine Schauspieltruppen, in Brandenburg und Frankfurt/Oder stehen Mehrzweckhallen ohne Ensemble.
Es sieht ganz so aus, als ob in großen Teilen des Landes Oper, Operette, Musical aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind. Weil angesichts der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung der Städte keine Neugründung eines Theaters zu erwarten ist, hat der Regisseur und Hochschullehrer Arnold Schrem die Initiative ergriffen. Seine «Wanderoper» ist ein «Verein für kulturelle Bildung»; keine Geringere als die Sopranistin Edith Mathis gibt ihren Namen als Ehrenmitglied für die gute Sache. Viermal im Jahr will die «Wanderoper» die Landkreise mit Aufführungen besuchen und so eine Grundversorgung bieten, die seit Jahren fehlt. Ein ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stephan Mösch
Der erste Gedanke, wenn man diese Oper hört: Enescu kann alles! Aber er kann es nicht nur aus traumwandlerisch sicherer Beherrschung des Metiers, sondern aus tiefer Einsicht in die musikalische Praxis. Enescu war, wie historische Aufnahmen belegen, ein begnadeter Geiger, ließ im Trio mit Alfredo Casella und Louis Fournier oder in seinem Streichquartett die...
«Modern people» – in mehreren Sprachen und teilweise spiegelverkehrt ist dieses
Motto an der hinteren Bühnenwand zu lesen. Die Frage nach dem, was ein moderner Mensch überhaupt sei, stellt in Arnold Schönbergs Einakter «Von Heute auf
Morgen» ausgerechnet ein Kind. Die Eltern fühlen sich verpflichtet, eine zumindest
moralische Antwort zu geben. Sie streiten über ihr...
Der Dortmunder Oper war in letzter Zeit nicht viel Fortüne beschieden. Gefangen in einer fatalen Abwärtsspirale war das Haus zuletzt nur noch mäßig besucht. Die langjährige Opernchefin Christine Mielitz war 2002 in der Hoffnung engagiert worden, das von ihr verantwortete Meininger Theaterwunder in Dortmund zu wiederholen, hatte aber nach viel versprechendem Beginn...
