Künstlerfieber

Wagner: Tristan und Isolde
Bern | Stadttheater

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Es hätte die Abschiedsvorstellung des künstlerisch erfolgreichen Intendanten Stephan Märki werden sollen. Daraus wurde nichts, Märki ging vorzeitig und im Unfrieden. Und hinterließ mit «Tristan und Isolde» ein Projekt, das die kleine Bühne bis an die Grenzen ihrer Kapazitäten forderte, ihr jetzt aber auch einen außerordentlichen Erfolg bescherte.

Wird Richard Wagners «Handlung in drei Aufzügen» in einem kleinen Theater aufgeführt, stellt sich die Frage nach der vokalen Qualität in zugespitztem Maße. Nicht so in Bern.

Daniel Frank ist ein Tristan mit lyrisch eingefärbter, intelligent eingesetzter und bis zum Ende uneingeschränkt präsenter Stimme. Als Isolde steht ihm mit Catherine Foster eine Wagner-Sängerin par excellence zur Seite; in der Diktion gibt es fraglos noch Potenzial; was die vokale Ausstrahlung und das Volumen betrifft, bleiben jedoch keine Wünsche offen – die Differenzierung der Seelenzustände vor und nach der Einnahme des Tranks gelingt ihr vorzüglich. Besonderes Aufsehen erregt allerdings Claude Eichenberger, der die Brangäne auf den Leib geschrieben scheint. In warmer Opulenz und klarer Zeichnung leuchtet ihr Mezzosopran, was sie darstellerisch, nicht zuletzt mit ...

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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Peter Hagmann

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