Klangbilder, Bildklänge
Sein erstes Orchesterstück wurde gleich bei den Proms aufgeführt. Da war George Benjamin zwanzig. «Ringed by the Flat Horizon» – der Titel des 20-Minuten-Opus spielt auf ein Foto an: ödes Land, lichter Himmel, Sturmgewölk, aus dem ein Blitz zuckt. Ein Bild statisch-bewegter Natur, das viel sagt über die Klangbilder und Bildklänge, die Benjamins Musik auszeichnen. Über die Lust des 1960 in London geborenen Komponisten, Texturen übereinanderzuschichten. Über seinen Sinn für atmosphärisch aufgeladene Klangfarben und fließende, organisch verblendete Harmonien.
Über seine Suche nach fasslichen Formen, die immer wieder an den Nullpunkt zurückführt.
Natürlich haben Benjamins Lehrer, Olivier Messiaen und Alexander Goehr, Spuren hinterlassen. Natürlich kann man ein Faible für Klangsensualisten wie Debussy oder Ligeti heraushören. Aber schon der Student hat die Meisterschaft der Vorbilder nie als Last empfunden, eher als Auftrag, den eigenen Weg zu finden, den unverwechselbaren Ton. Jede Arbeit wirkt wie ein Unikat, wie ein neuer Anlauf, ein Blick ins Unbestimmte (siehe auch: Hans-Klaus Jungheinrich (Hrsg.): «sometime voices – Der Komponist George Benjamin». Schott Music, Mainz 2012. 120 ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Albrecht Thiemann
Es gab wohl kein Zurück mehr. Als Katharina Wagner, die vorgesehene Regisseurin, ihre Arbeit niederlegte, bevor die Proben beginnen konnten, hätte die Intendanz des ruhmreichen Teatro Colón in Buenos Aires, das sich auf eine lange Wagner-Tradition berufen kann, das Projekt einer Kurzfassung des «Ring des Nibelungen» noch einmal überdenken können. Doch zu sehr war...
Die CD eingelegt, den Startknopf gedrückt, und schon können wir sie vor uns sehen, die Runde unternehmungsfroher Sänger, ums Fortepiano geschart zur Schubertiade. Wir meinen zwischen den Titeln das Rascheln von Notenblättern zu ahnen, Gelächter, Geplauder. Sei’s in einer Wiener Wohnung, oder eben im Berliner Teldex Studio. Keine Frage: Atmosphärisch ist sie, diese...
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage...
