Allein sein ist öde!
Die CD eingelegt, den Startknopf gedrückt, und schon können wir sie vor uns sehen, die Runde unternehmungsfroher Sänger, ums Fortepiano geschart zur Schubertiade. Wir meinen zwischen den Titeln das Rascheln von Notenblättern zu ahnen, Gelächter, Geplauder. Sei’s in einer Wiener Wohnung, oder eben im Berliner Teldex Studio.
Keine Frage: Atmosphärisch ist sie, diese Sammlung von Trios und Quartetten, Liedern und Duetten, die Marlis Petersen, Anke Vondung, Werner Güra, Konrad Jarnot und Pianist Christoph Berner dieser etwas vernachlässigten Seite Schuberts gewidmet und kürzlich bei Harmonia Mundi herausgebracht haben, anknüpfend an die beiden «Liebeslieder»-Alben mit Werken von Brahms und Schumann.
«Licht und Liebe» ordnet Kompositionen aus allen Schaffensphasen Schuberts zu einer Art Lebenskreis, der von der Jugend bis zum Tod reicht und dabei an Dichte ständig zunimmt – in gewisser Weise eine gestraffte, modernisierte und dramaturgisch bestens durchdachte Variante der Einspielung der Deutschen Grammophon von 1973, auf der sich viele Nummern ebenfalls finden (mit Janet Baker, Elly Ameling, Peter Schreier und Dietrich Fischer-Dieskau). Los geht’s mit weltlichen und – warum nicht! – ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: CD des Monats, Seite 31
von Wiebke Roloff
Prostituierte, Jüngerin, Ehefrau Jesu: Maria Magdalena steht derzeit hoch im Kurs. Vom Bestseller-Roman «The Da Vinci Code» (2003, deutsch: «Sakrileg») bis zu John Adams’ Oratorium «The Gospel According to the Other Mary» von 2012 – der Läuterungsprozess der neutestamentarischen Sünderin scheint noch längst nicht abgeschlossen.
Auch «The Gospel of Mary Magdalene»,...
Die amerikanische Avantgarde-Schriftstellerin Gertrude Stein träumte davon, Bilder in Texte zu «übersetzen». Ausgangspunkt waren die kubistischen Kompositionen ihrer Malerfreunde Picasso und Braque. Dabei ging es ihr nicht um die Beschreibung ästhetischer Erfahrung, sondern um die Nachbildung von Strukturen, Rhythmen, Farbwerten mit den Mitteln der Sprache,...
Ist das Richard Wagner? Ist das der an mangelndem Selbstbewusstsein wahrlich nicht leidende Meister von Bayreuth, der Zukunftsmusiker, der da auf dem Boden kniet und sich verzweifelt die Ohren zuhält? Und das in Gegenwart eines Frauenterzetts, das ihm sein eigenes «Hojotoho» entgegenschleudert. Ist das jener R., den Ehefrau Cosima in ihren Tagebüchern als «doch...
