Circus Maximus
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage sieht sie aus wie eine antike Inschrift. Auf der aktuellen, silberglänzenden Titelseite des Hausmagazins «Max Joseph» schimmert sie, links oben, in zartem Pink. Vox populi.
Ein DJ lädt zum Verdi-Club auf die große Bühne; die Werbekarte zeigt ein auf Punk getrimmtes Paar beim stilisierten Sprung in die Ekstase. Auf einem Flachbildschirm in der schicken Kassenhalle schlagen sich ein Verdi- und ein Wagner-Mime, von Nummerngirls belächelt, zwischen den buntfolienverkleideten Portalsäulen des Nationaltheaters die Nase blutig. Vox populi? Der Musentempel der Münchner Residenz – ein offenes Haus, das auf alle hört und allen gehört? Staatsintendant Nikolaus Bachler, die Stimme des neuen Opernvolks? Ein cooler Trendsetter, der das Ohr dicht am Zeitgeist hat?
Natürlich ist viel Koketterie und PR-Kalkül im Spiel, wenn ein Opernhaus, das ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Albrecht Thiemann
«In jedem Gedicht findet er den für ihn entscheidenden Dreh- und Angelpunkt, entwickelt einen zutiefst originellen Gedanken, und schon ist der (manchmal durchaus banale) poetische Gehalt pointiert, überhöht und in die Stratosphäre katapultiert.» Treffende Worte des Liedbegleiters Eric Schneider im CD-Begleitheft, der Christiane Oelze in diesem Querschnitt durch das...
54. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752258
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61, 10719 Berlin
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Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 09.07.2013
Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
Albrecht...
Frau Kurzak, eine Rolle wie Donizettis Regimentstochter macht Ihnen an Unverschämtheit und Witz derzeit kaum jemand nach. Selbst Natalie Dessay wirkte kühler, Edita Gruberova hatte etwas Automatenhaftes, und Joan Sutherland gab mehr das Zirkuspferd. An wem haben Sie sich orientiert?
Allenfalls an Mariella Devia. Sie gehört zu meinen Vorbildern. Wenn gelacht wird,...
