Kerger: Fintenzauber

Münster

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Zu den seltsamsten Blüten des MozartJahrs gehört die in Münster uraufgeführte Oper «Fintenzauber» der beiden Luxemburger Nico Helminger und Camille Kerger. Helminger hat sich aus Mozarts Opern neun Figuren, darunter den Transvestiten Papagenoa, zusammengeklaubt und in einen Plot verwickelt, wie er einfältiger nicht erfunden werden kann. Der Medien- und Modezar Lucio Silla, Chef des Modehauses Leporello und des Privatsenders Leporello-TV, konkurriert mit dem Haar- und Modekonzern Alma & Viva, deren Geschäftsführerin Barbarina ist.

Nach allerlei Intrigen und Verwicklungen, an deren Ende sich herausstellt, dass Silla in Wirklichkeit Don Giovanni ist, fusionieren die beiden Konzerne. Zu dieser Story und ihren papierenen Figuren hat Kerger eine schwerfällig sich dahinschleppende Musik geliefert, die sich kaum mit dem Auf und Ab des höchst konventionellen Sprechgesangs verbindet. Immer wieder schwappen aus dem im Orchestergraben brodelnden, konturlos vor sich hin dampfenden Sinfonie-Eintopf Vibrafon­soli, Klavierkaskaden und Harfengezirpe. Wes Geistes Kind der Humor dieses Elaborats ist, zeigt sich, wenn Antonio Monostatos, hier ein Anwalt in Sillas Diens­ten, droht: «Wo es schwarze ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Kurz Berichtet, Seite 51
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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