Holzwurm und Karaoke
Holzwurm und Karaoke
Wird Mozarts «Zauberflöte» ihrem unausrottbaren Ruf, eine Kinderoper zu sein, gerecht? Nein, würden viele Musiktheaterpädagogen sagen: dramaturgisch verworren, weltanschaulich überladen, politisch unkorrekt und natürlich – zu lang. Für die CD-Branche und die Verlage ist dieses Problem obsolet. Sie halten am Status quo fest, dass «Die Zauberflöte» und «Oper für Kinder» Synonyme seien. Eine Reihe von Neuerscheinungen zeigt jedoch, dass zumindest gegenüber geballt multimedialen Kinderfassungen der «Zauberflöte» Misstrauen angesagt ist.
Der Lugert-Verlag etwa präsentiert eine DVD, auf der eine kurze Zeichentrick-Operneinführung (originale Musik) mit einem Computerspiel und einer notengestützten Karaoke-Einspielung der «Zauberflöte»-Nummern (Synthesizer-Klänge) kombiniert wird. Über die Möglichkeiten einer digitalen Verzahnung führt das kaum hinaus. Die DVD bleibt mit ihrer spärlichen Animation und einem verwirrenden Menü weit unter dem Niveau inhaltlich vergleichbarer Kinder-Computerspiele. Überzeugender ist da ein Live-Mitschnitt von den Opernfestspielen St. Margarethen. Die «Zauberflöten»-Inszenierung extra für Kinder (mit einem alten Papageno als ...
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