Bewegendes Bewegungstheater
Ein spitzwinkliges Dreieck läuft von der Spielfläche auf die knapp darunter sitzenden Orchestermusiker zu. In diesem Zipfel spielt ein Kind, schon bevor die mysteriösen Gähn- und Schlaflaute aus den tiefen Streichern ertönen, und bastelt sich langsam ein Schiffsmodell zusammen. Es ist der Lustknabe, Streitobjekt zwischen Elfenkönigin Titania und ihrem Oberon.
Am Ende, nachdem er längst durch den Einsatz des Zauberkrauts dem Elfenherrscher (ein leichtes Röckchen deutet die unsichere sexuelle Identität des Countertenors an) zugefallen ist, wird er dem zur Hochzeit bereiten Herrscherpaar Theseus (Sami Luttinen) und Hippolyta (Monique Simon) zugeschlagen. Das unterstellt diesem eine sexuelle Vorgeschichte, obwohl es erst nach langem Kampf zueinander fand.
Mit solch dezenten Mitteln deutet der kanadische Regisseur David Walsh an, dass hinter Benjamin Brittens staunendem Kinderblick auf Shakespeares «Sommernachtstraum» mehr steckt, als Schulweisheit sich träumen lässt. Zu weiteren Andeutungen gibt die Düsseldorfer Inszenierung aber keinen Anlass. Auf der bescheiden von Barbara Pral mit einer großen Kiste als zentralem Versatzstück ausgestatteten Bühne des als Behelfsbühne dienenden ...
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Hätte man uns doch in Kindertagen für die Zinnsoldaten-Sammlung einen so elegant geschwungenen Boden aus hellen Dielen gebaut, wie ihn Hartmut Schörghofer dem Regisseur Steffen Piontek für seine «Lohengrin»-Inszenierung fugenlos verlegen ließ! Dann wären damals unsere liebevoll bunt bemalten Figuren so dekorativ zur Geltung gekommen wie jetzt der Männerchor der...
Es ist ein Kreuz mit schlechten Libretti. Sie können ganze Opern, aller musikalischen Qualitäten ungeachtet, in die Vergessenheit stoßen, und können umgekehrt – ihrer mäßigen, um nicht zu sagen schlechten literarischen und stofflichen Verarbeitung zum Trotz – manchen Meisterwerken einfach nichts anhaben. Das Textbuch zu Verdis «Trovatore» ist gewiss der letzteren...
Jenes zweigestrichene C, das Rodolfo im ersten Bild der «Bohème» gleich zweimal treffen muss, machte Luciano Pavarotti bekanntlich zum Angelpunkt der Partie, wenn nicht des ganzen Stücks. Gingen die Spitzentöne der Arie «Che gelida manina» und des Finalduetts «O soave fanciulla» daneben, sei der Rest im Grunde schon vergebliche Liebesmüh. Allein, hier irrt Big P.,...
