Bewegendes Bewegungstheater
Ein spitzwinkliges Dreieck läuft von der Spielfläche auf die knapp darunter sitzenden Orchestermusiker zu. In diesem Zipfel spielt ein Kind, schon bevor die mysteriösen Gähn- und Schlaflaute aus den tiefen Streichern ertönen, und bastelt sich langsam ein Schiffsmodell zusammen. Es ist der Lustknabe, Streitobjekt zwischen Elfenkönigin Titania und ihrem Oberon.
Am Ende, nachdem er längst durch den Einsatz des Zauberkrauts dem Elfenherrscher (ein leichtes Röckchen deutet die unsichere sexuelle Identität des Countertenors an) zugefallen ist, wird er dem zur Hochzeit bereiten Herrscherpaar Theseus (Sami Luttinen) und Hippolyta (Monique Simon) zugeschlagen. Das unterstellt diesem eine sexuelle Vorgeschichte, obwohl es erst nach langem Kampf zueinander fand.
Mit solch dezenten Mitteln deutet der kanadische Regisseur David Walsh an, dass hinter Benjamin Brittens staunendem Kinderblick auf Shakespeares «Sommernachtstraum» mehr steckt, als Schulweisheit sich träumen lässt. Zu weiteren Andeutungen gibt die Düsseldorfer Inszenierung aber keinen Anlass. Auf der bescheiden von Barbara Pral mit einer großen Kiste als zentralem Versatzstück ausgestatteten Bühne des als Behelfsbühne dienenden ...
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