Zwischen Traum und Wirklichkeit
Klassische Musik kann für Kinder sehr attraktiv sein», meinte kürzlich Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, «wenn man sie ihnen richtig vermittelt». Doch was heißt es, die Kleinen «richtig» an die Großen der klassischen Musikkultur heranzuführen?
Im letzten Heft haben wir am Beispiel ausgewählter Opernhäuser und Jugendmusiktheater unterschiedliche Wege in der Spielplanpolitik und verschiedene pädagogisch-dramaturgische Angebote für junges Publikum vorgestellt.
Die aktuelle Ausgabe präsentiert nun den zweiten Teil unseres Themas «Wie die Oper Kinder kriegt». Ohne Zauber, ohne Weltvergessen laufe gar nichts, meint etwa Ingolf Huhn, Generalintendant des Theaters Zwickau-Plauen. Und: «Kinderoper braucht nichts Kindgemäßes», weder «Beschränkung auf liedhafte Formen», noch «Eingängigkeit».
Dass man Kindern und Jugendlichen viel mehr zutrauen kann als von vielen traditionellen Opernhasen vermutet, dass Kinder dem singenden Menschen oder neuen Tönen meist offen und unvoreingenommen begegnen, glauben auch die Komponisten Wilfried Hiller und Detlev Glanert – ihre sehr persönlichen Werkstattberichte bilden den Auftakt der folgenden Seiten. Was tut der ...
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Verdis «Simon Boccanegra», ein Meisterwerk, war in Berlin seit über zwanzig Jahren nicht zu sehen. Weder Giancarlo del Monacos Vorgängerinszenierung (unter Giuseppe Sinopoli) noch Claudio Abbados konzertanter Einsatz mit den Berliner Philharmonikern konnte dem Werk dauerhaft nützen. Lorenzo Fioroni, der bisher in Münster und Kassel hervorgetreten ist, inszeniert...
Ihre Antworten sind so unmissverständlich wie ihre Art, Musik zu machen: «Es gibt keine Spezialisten und Nicht-Spezialisten, es gibt nur Stimmen, die passen, und Stimmen, die nicht passen.» Damit sind alle weiteren Fragen, warum Emmanuelle Haïm sich vor Jahresfrist für Ian Bostridge als Orfeo und nun für Rollando Villazón als Testo im «Combattimento di Tancredi e...
Noch stehen ein paar Bauzäune um Santiago Calatravas «Palau des les Arts Reina Sofía» in Valencia. An Maschengittern hängen große Plakate, darauf ein Mädel im Biedermeier-Kostüm, energisch die Arme ausbreitend: «Shhhh ... comienza la ópera». Also doch. Vor einem Jahr, bei der «offiziellen Eröffnung» mit einem Galakonzert, konnte bloß ein kurzer Blick in jene...
