«Der Vogelhändler». Foto: Jerzy Bin
In weiter Ferne, so nah
Nur zehn Kilometer trennen die Festivals Mörbisch und St. Margarethen voneinander. Und doch liegen Welten zwischen ihnen. Nicht, weil die 6000-Plätze-Tribüne von Mörbisch direkt am Ufer des Neusiedler Sees liegt, während in St. Margarethen ein seit Römerzeiten genutzter Steinbruch die spektakuläre Kulisse für bis zu 4670 Zuschauer pro Abend bildet, sondern weil hier im Burgenland, südöstlich von Wien, zwei unterschiedliche Genres geboten werden. Zum einen Operette, zum anderen Oper.
Durch die räumliche Nähe und die parallel getakteten Spielzeiten im Sommer drängt sich der direkte Vergleich einer Freilufttauglichkeit der beiden Spielarten des Musiktheaters auf – und er fällt 2017 zugunsten der Leichten Muse aus.
Philippe Arlaud ist eigentlich eine gute Wahl für «Rigoletto» in St. Margarethen. Weil der in Personalunion als Bühnenbildner, Regisseur und Lichtdesigner auftretende Franzose keine Angst vor der großen Geste hat. Er möbliert den Steinbruch mit riesenhaften geometrischen Objekten, bewegt die Massen zwischen Türmen, Treppen und Kuben choreografisch ansprechend, lässt suggestiv-surreale Projektionen über die Felswände gleiten, die durchaus als Emotionsverstärker dessen ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 46
von Frederik Hanssen
Herr Breslik, Fenton, Alfredo – ist das das Verdi-Terrain, über das es nicht hinausgehen soll?
Genau, mehr will ich noch nicht wagen. Vielleicht, wenn ich mal die 40 überschritten habe, den Duca. Don Carlo oder Gabriele Adorno, dahin werde ich wohl nie kommen – aber wer weiß? Wenn die Stimme an Breite gewinnt, und dies ganz natürlich passiert, ohne dass man...
Hundert Jahre Unabhängigkeit Finnlands, 50-jähriges Jubiläum der Wiederbelebung des Festivals, 30 Jahre ausländische Gastspiele – bei Savonlinnan Oopperajuhlat 2017 gab es zureichende Gründe zu feiern. Auch deshalb, weil Jorma Silvasti einerseits dem Prinzip treu geblieben ist, die Opernfestspiele dezidiert als Sprungbrett für den talentierten sängerischen...
Götz Friedrich war fassungslos. Nein, das könne doch nicht wahr sein. Das sei eine Falschmeldung. Catarina Ligendza habe mit dem Singen aufgehört? So plötzlich? Mitten heraus aus den größten Erfolgen ihrer Laufbahn? Der mächtige Intendant und Regisseur, damals ebenfalls auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn, wusste genau, was das bedeutete – für seine «Ring»-Produktion...
