In tiefbewegter Brust
In seinem Opernführer stellt Ulrich Schreiber das Kapitel über Franz Schubert unter den Titel «Die romantische Nicht-Oper». Trotz ambitionierter Versuche von Dirigenten wie Claudio Abbado und Nikolaus Harnoncourt haben Werke wie «Alfonso und Estrella» oder «Fierrabras» keinen festen Platz im Repertoire gefunden.
Und wer – Hand aufs Herz! – wüsste auf Anhieb den Titel auch nur einer einzigen Arie zu nennen, die von Schuberts Nicht-Helden gesungen wird? Umso erfreulicher, dass Daniel Behle Figuren auf die Klangbühne zu holen gewagt hat, die im tiefen Schacht ihrer Gefühle leben, nach der Maxime aus dem Zauberspiel «Die Zauberharfe»: «Was belebt die schöne Welt? Liebe nur verschafft ihr Leben.» In seinen Arien hat Schubert, wie Franz Liszt 20 Jahre nach dessen Tod bemerkte, «das Deklamatorische zu einer bisher im Liede nicht für möglich gehaltenen Energie und Kraft gesteigert».
Das für Schuberts Opern charakteristische Defizit an dramatischen Konflikten – bedingt durch die Zwänge der Metternich’schen Restauration – wird kompensiert durch die musikpoetische Verklärung heftiger oder inniger Empfindungen. Dies wird von Behle gesangspoetisch auf eindringliche Weise gelöst. In der Arie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich...
Sobald sie eine neue CD herausbringen, schwärmen Sänger PR-versiert über die «Erfüllung eines lang gehegten Traums» – wie jetzt Jonas Kaufmann über seine unter dem Titel «L’Opéra» veröffentlichte Anthologie mit zwölf Arien und zwei Duetten aus 13 französischen Opern: «The grand French opera is very close to my heart.» Auf der Bühne erfüllte der Tenor sich diese...
JUBILARE
Günter Neuhold wurde in Graz geboren und studierte an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Dirigieren. Anschließend setzte er seine Studien bei Franco Ferrara in Rom und bei Hans Swarowsky in Wien fort. 1972-80 folgten Engagements an verschiedene Bühnen in Deutschland, darunter Hannover und Dortmund, wo er als 1. Kapellmeister tätig...
