Arno Declair; Selbstporträt
Ein bisschen subversiv
Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich habe nur diese eine Chance – und meistens nicht mehr als eine Ahnung, was mich erwartet.
»
Declair, 1959 in Köln geboren, pendelt als Theaterfotograf zwischen Hamburg, München und Berlin, wo er heute seinen Lebensmittelpunkt hat; Hamburg ist es lange gewesen. Im Musiktheater fotografiert er vor allem die abseitigen, progressiven Produktionen von Regisseuren, die sich – wie Declair selbst – im Schauspiel einen Namen gemacht haben: Jette Steckel, Falk Richter, Nicolas Stemann. «Ich habe manchmal das Gefühl, Oper kann ich gar nicht», sagt Declair ein wenig kokett – die Liste seiner Aufträge, vor allem an der Hamburgischen Staatsoper, belegt das Gegenteil.
Jedes Foto entsteht aus dem Moment heraus. «Ich sehe, was vor sich geht, versuche zu antizipieren, wie und wohin sich die Szene entwickelt. Das geht umso besser, je länger ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ägypten
Kairo
Cairo Opera
Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– Così fan tutte: 9., 10.
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Barstow: 2., 3., 4., 5.
– Rusalka: 7., 10., 11., 12., 14.
Buenos Aires Lírica
Tel. +54-11-48 12 63 69
www.balirica.org.ar
– Ba-ta-clan: 6., 13., 20.
La Plata
Teatro Argentino
Tel....
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust – kaum je zuvor schien Fausts elegisches Diktum so zutreffend wie nach der «Miranda»-Premiere an der Opéra Comique. «Miranda»? Sucht man in Opernführern nach diesem Titel, wird man nicht fündig – welch Wunder, handelt es sich doch um eine Art «Pasticcio» nach Henry Purcell, ersonnen von Dirigent Raphaël Pichon, Regisseurin...
«Der Faschismus läuft auf eine Ästhetisierung des politischen Lebens hinaus», schrieb Walter Benjamin in seinem epochalen Aufsatz «Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit» von 1935; «der Kommunismus antwortet ihm mit der Politisierung der Kunst» – wie es Hanns Eisler tat, der 1931 ein Lied zum «Lob des Kommunismus» komponierte und 18...
