In der Stimmung für die Liebe
Ein ungleiches Paar? Nicht wenige Opernkenner durchwehte, und doch recht bang, dieser Gedanke, als Birgit Nilsson und Giuseppe di Stefano im Juni 1961 gemeinsam auf die Bühne der Wiener Staatsoper traten, um die beiden Hauptrollen in Puccinis «Turandot» zu verkörpern. Hier die an Wagner und Strauss gestählte Heroine mit ihrer schier übermächtigen Stimme als (titelgebende) verkrustete Prinzessin, dort der Belcanto-Star mit seinem doch weit mehr lyrisch getünchten Tenor als Prinz Calaf, der von der Liebe zur Königstochter überwältigt wird.
An ihrer Seite die wunderbar warm singende Leontyne Price als Liù, der sonor agierende Nicola Zaccaria in der Partie des Timur, Peter Klein (leider etwas schmalbrüstig) als Herrscher Altoum sowie, sehr solide und klanglich vital, Kostas Paskalis, Ermanno Lorenzi und Murray Dickie als die drei grotesken Minister Ping, Pang, Pong. Eine (bisweilen arg mit Vorspielen gedehnte) Stunde wartet man in diesem Dramma lirico auf die Titelheldin, wartet man auf die Antwort auf die Frage, ob ihre und die Stimme Calafs denn wirklich einander so fremd sind wie befürchtet – um dann die glückliche Erkenntnis zu gewinnen, dass es passt, sehr gut passt. Nilssons ...
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