«Ich brauche den DIALOG»

Das Theater ist ihre große Liebe. Dort will NADJA LOSCHKY all jene Diskurse anstoßen, die in die Gesellschaft hineinwirken. Sie tut es mit viel Fantasie und Poesie. Ein Gespräch über das Doppelleben als Regisseurin und Mutter, Hans Neuenfels – und darüber, wie wichtig eine tolle Dramaturgin sein kann

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Frau Loschky, mit Ihrer Inszenierung von Christian Josts Musiktheater «Rote Laterne» 2016 am Opernhaus Zürich sind Sie erstmalig in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit getreten. Hat diese Initialzündung Ihr Leben verändert? Brauchten Sie das, um der Opernwelt zu zeigen, was Sie können? Und war es wichtig für das, was man gemeinhin mit dem zweifelhaften Begriff«Karriere» umreißt?
Eine interessante Frage. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem Mentor Hans Neuenfels zu jener Zeit.

Er sagte: «Du solltest jetzt mal aufhören, so viel in der Provinz zu machen, da verbrennst du dich. Du musst an die großen Häuser.» Ich war ein bisschen pikiert und dachte: «Die großen Häuser müssen ja auch mich wollen, es ist ja nicht so, dass ich mal eben vorbeischaue und eine Inszenierung abliefere.» Ich habe sehr früh angefangen, Regie zu führen, und lange an Stadttheatern gearbeitet. Erst dann kamen Zwischenspitzen – die Komische Oper Berlin, Zürich – neben Regiearbeiten in Heidelberg, Aachen, Luzern, Bielefeld. Und ich bin noch heute froh darüber, dass das so war. Ich glaube, dass diese Hype-Karrieren, bei denen jemand irrsinnig schnell an die «großen» Häuser gepusht wird, wo die Apparate auch ...

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Opernwelt 6 2022
Rubrik: Interview, Seite 42
von Jürgen Otten

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