Grenzgänge
Längst haben Countertenöre die Kreise der Alten und Neuen Musik verlassen und begonnen, sich auch das dazwischen liegende Repertoire anzueignen. Jochen Kowalski war einer der Ersten, der Liederabende mit einem klassisch-romantischen Programm riskierte – und Gehör fand. Philippe Jaroussky gelang 2009 eine kleine Sensation mit seinem wahrhaft berauschenden Album «Opium» mit französischen mélodies der Jahrhundertwende. Nun hat auch Bejun Mehta ein Liederalbum vorgelegt, auf dem er sich dem englischen Liedschaffen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widmet.
Die Auswahl ist sehr gelungen, denn sie vereint fast alle zentralen Komponisten dieser an Liedschöpfungen ungemein reichen Zeit.
In den letzten Jahren sind bemerkenswerte Aufnahmen dieses Repertoires entstanden, an denen Mehta sich messen lassen muss. Gegen Liedgestalter, die so aus der reichen Fülle ihrer stimmlichen Mittel schöpfen wie Sarah Walker, John Mark Ainsley oder Bryn Terfel, kann er allerdings kaum bestehen. Mehtas Stimme ist doppelt limitiert: Zum einen klingt sie nur im Piano- und Mezzofortebereich vergleichsweise rund, bei höheren Stärkegraden verliert sie hingegen rasch an klanglicher Rundung und Fassung. Zum ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | CDs, Seite 27
von Thomas Seedorf
52. Jahrgang Nr. 11
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752235
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.kultiversum.de/Opernwelt
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 12.08. 2011.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
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