Haus im Kopf

Basel | Berg: Wozzeck

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Nichts von Natur. Keine neblige Ahnung des Unheimlichen. Die Basler «Wozzeck»-Bühne von Silvia Merlo und Ulf Stengl ist ein klinisch weißes Gebäude, über Eck positioniert, das eine geschlossene Anstalt sein könnte. Stahltreppen, blinde Fenster, keine Tür, kein Ein und Aus, kein Entkommen. Die – hinzuzudenkenden – Räume: keine eindeutigen Hinweise, keine Auskunft, wer wo wohnt. Klar einzig: die Praxis des Experiment-besoffenen Arztes – erster Stock rechts, Wartezimmer auf dem Flur, Frauen im Unterzeug, eine Schwangere.

Ein modern anmutendes Gefängnis, viel Glas, von fern Bauhaus-verwandt. Elmar Goerden hat – nach seinem gelungenen «Figaro» am selben Ort – in diesem Ambiente Alban Bergs Büchner-Oper inszeniert.

Bisweilen legt sich, fahl, matt, das Video eines riesigen Antlitzes darüber: Wozzeck wohl, in dessen Kopf sich das Drama zusammenbraut – sein zweites Gesicht, sein galoppierender Wahn, der die zweite Wirtshausszene nur noch wie einen milchig-verschwommenen Film wahrnimmt, der mit Andres in der einzigen tiefgrünen Parzelle der ausweglosen Architektur keine Stecken schneidet, sondern den Kumpel beim Schrubben antrifft. Kein Teich auch am Ende. Stattdessen: eine Badewanne, in der ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Heinz W. Koch

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